
Achim Landwehrs „Zeiten haben“ begreift Zeit nicht als abstraktes Sein, sondern als soziale Praxis. Zeit entsteht im Handeln und zeigt sich je nach kulturellem und historischem Kontext unterschiedlich – etwa in Kalendern, Uhren oder sprachlichen Ordnungen, die den Versuch darstellen, Zeit zu strukturieren und zu vereinheitlichen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kollektive mit Zeit umgehen. Dabei wird deutlich, dass es keine einheitliche, lineare Zeit gibt, sondern eine Vielfalt von Zeitlichkeiten. Diese Einsicht erhält besonderes Gewicht im Kontext der Klimakrise, die neue Lebensweisen und damit auch neue Vorstellungen von Zeit verlangt.
Landwehr entfaltet seine Argumentation entlang dreier Schritte: der Bestimmung von Zeit als kulturellem Phänomen, der Auseinandersetzung mit ihren Paradoxien und der Skizze alternativer Zeitkonzepte. Trotz ihrer analytischen Schärfe bleibt die Studie jedoch stark eurozentrisch und einer recht männlich geprägten Wissensgeschichte verpflichtet – ein Punkt, der die postulierte Pluralität von Zeiten selbst unterläuft.








