
Der mittlerweile aus Funk und Fernsehen bekannte Christian Uhle legte 2022 mit „Wozu das alles?“ ein vielbeachtetes populärphilosophisches Debüt vor. Nun folgt ein thematisch verwandter Nachfolger, der sich den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf unser (gutes?) zukünftiges Leben widmet. In fünf übersichtlich gegliederten Kapiteln behandelt Uhle sowohl positive als auch negative Effekte der KI – in gut lesbarer Sprache und angenehm portionierten Abschnitten.
Zunächst fragt er, ob uns durch KI künftig mehr Zeit zur Verfügung stehen wird. Schafft sie neue Freiräume, oder führt das gestiegene Kreativitätspotenzial lediglich zu noch mehr Stress? Im zweiten Kapitel geht es um die sozialen Dimensionen: Wie verändern sich insbesondere Social Media und Dating-Apps – und was bedeutet das für unser Bedürfnis nach „Sinn und Verbundenheit“ (S. 19)?
Kapitel drei knüpft daran an und richtet den Fokus auf die direkte Kommunikation mit KI. Wie werden wir künftig mit Avataren sprechen – und welchen Einfluss hat das auf unsere Wahrnehmung der Welt? In Kapitel vier verlässt Uhle das Soziale und wendet sich dem Internet of Things zu. Besonders hervorzuheben ist hier die zentrale Frage: Wie lebt der Mensch in einer Welt, in der alle Gegenstände um ihn herum miteinander kommunizieren?
Den Abschluss bildet ein Kapitel zum Thema Arbeit: Wird der durch KI beschleunigte Wandel der Arbeitswelt – Stichwort „New Work“ – sinnstiftende Prozesse fördern oder behindern?
Uhle richtet sich mit seinem Buch klar an ein breites Publikum. Die Gedanken, die er formuliert, und die Texte, auf die er sich stützt, kennt man bereits aus den Feuilletons und Podcasts der vergangenen Jahre. Die Stärke des Buches liegt daher weniger in der Originalität als in der sorgfältigen Zusammenstellung bekannter Positionen. Entsprechend flüssig liest sich der Band – mit zahlreichen Quellen und Anmerkungen, die zum Weiterdenken einladen.
Und doch bleibt am Ende ein gewisses Gefühl der Unvollständigkeit: Die Argumente bleiben oft an der Oberfläche, viele Themen werden nur kurz gestreift, und echte neue Impulse sucht man vergeblich. Was Uhle beschreibt, hätte man auch schon 2015 bei Yuval Noah Harari lesen können.








