Von Herbst 1993 bis Frühjahr 1996 führte das österreichische Unterrichtsministerium einen Lehrgang für Schulentwicklungs-Beraterlnnen durch, dessen Ergebnisse und erste Praxiserfahrungen in diesem Band präsentiert werden. Das Projekt ging von der Einsicht aus, daß eine Weiterentwicklung der Schule die Erfahrungen vor Ort einbeziehen muß und daher eine Qualifizierung von Lehrerlnnen die beste Voraussetzung für eine standortbezogene autonome Schulentwicklung ist. Sechs theoretische und sechs praktische Beiträge beleuchten verschiedene Aspekte und Perspektiven dieses Innovationsversuchs. Zunächst werden die Möglichkeiten und Grenzen für Organisationsentwicklung (OE) im österreichischen Bildungswesen erörtert, dann eine ausführliche Darstellung des Lehrgangs gegeben. Überlegungen über typische Probleme während eines OE-Prozesses schließen an. Weitere Kapitel diskutieren die verschiedenen im Schulbereich existierenden Beratungsdienste, die Reaktion der Schulleitungen und die Chancen und Risiken von "Pädagogischen Tagen". Im praktischen Teil berichten Absolventen des Lehrgangs, aber auch externe Berater von Erfahrungen bei der Einführung und bei der Evaluation von schulischen OE-Abläufen und von dabei aufgetretenen Konflikten. Das Buch berichtet von einer wichtigen Initiative für eine Reform des Bildungswesens. Die beschriebene Methode setzt den Schulen einmal nicht fertige Ziele vor, sondern will die Betroffenen dazu befähigen, selbst zu besseren pädagogischen und organisatorischen, für den Standort "maßgeschneiderten" Strukturen zu finden. W. R.

Beratung macht Schule. Schulentwicklung auf neuen Wegen. Hrsg. v. Bianca Ender ... Innsbruck: Studien-Verl., 1996. 192 S. (Studien zur Bildungsforschung und Bildungspolitik 15)