Vor einigen Jahren noch boomte sie, die Computerindustrie, durchlebte einen kometenhaften Aufstieg, der unaufhaltsam schien. Aber schon zu Beginn der 90er Jahre kommt es zu ersten Schwierigkeiten, geraten einige Betriebe in die roten Zahlen. Ob es nun an einer Übersättigung des Marktes, an der Konkurrenz aus Fernost oder einer allgemeinen Konjunkturflaute liegt: die Arbeitssituation für Menschen in der Computerbranche hat sich verändert. Der Konkurrenzkampf wurde nicht nur für die Unternehmen größer, auch betriebsintern stieg der Leistungsdruck. Die zahlreichen Beiträge des Bandes beleuchten diese Situation aus verschiedenen Blickwinkeln. Angestellte und Gewerkschafter nehmen Stellung zu Veränderungen, Risiken und Unsicherheiten in einer Branche, die den Gürtel merklich enger schnallen muß. Der Computer als Jobkiller erlangt hier eine neue Bedeutung, denn zunehmend übernimmt er selbst seine Herstellung, verlagert sich die Notwendigkeit menschlicher Arbeit in den Softwarebereich. In vielen Betrieben formiert sich Widerstand gegen aufkommende soziale Ausbeutung, treten jene Phänomene auf, deren endgültige Beseitigung die Computerphilosophen der ersten Stunde weissagten. Der spätestens seit der industriellen Revolution manifestierte Konflikt zwischen Mensch und Maschine tritt hier wieder zutage. Dank weitreichender sozialer Absicherungs- und Versorgungssysteme werden seine Folgen zwar gemildert, doch bleibt der Konflikt bestehen, und viele Menschen sehen ihre Zukunft durch „Hai-Tech" und "Zoff-Tech" bedroht. M. T

KontrastProgramm Mensch-Maschine. Arbeiten in der HighTech-Welt. Hrsg. v. Gudrun Trautwein-Kalms. Köln: Bund-Verl., 1992. 314 S. (Die andere Arbeitswelt; 5), DM 32,- / sFr 27, 10 / öS 249,60