In Deutschland überziehen 30000 km Hochspannungsleitungen das Land, 12 000 km Oberleitungen entlang der Bahngleise, ca. 18000 Fernsehtürme sind installiert und künftig werden 10000 Funktürme für das C- und D- Mobilfunknetz benötigt. Daß von diesen künstlich geschaffenen elektromagnetischen Feldern Gefährdungen für Menschen, Tiere und Pflanzen ausgehen, wird kaum mehr bestritten, heftig umstritten sind jedoch Ausmaß und Intensität.

Dokumentiert sind die Beiträge eines von der Schweisfurth-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Politische Ökologie an der Universität München veranstalteten Symposiums zum Thema. Einer der Herausgeber, Peter C. MayerTasch, beurteilt die Elektro- und Magnetosmog-Kontroverse als besonders prekär, weil hier das "Mißverhältnis zwischen der Ubiquität der potentiellen Gefährdung und der mangelnden Repräsentanz der Gesundheitsinteressen" offenkundig wird. Franz-Theo Gottwald und Bernd M. Malunat sehen es aufgrund vielfältiger internationaler epidemiologischer Studien als erwiesen an, daß „elektromagnetische Immissionen nicht nur scheinbar harmlose Allergien auslösen, sondern die Entwicklung verschiedener Arten von Krebs fördern". Vor allem wird aber ihrer Ansicht nach durch die Kombination mit einer Vielzahl noxisch wirkender Faktoren (wie Fehlernährung, Bewegungsmangel, Umweltgifte) die Bildung der Zellenergie behindert, was wiederum zu einem krankhaften Energie-Defizit führt.

Die Vertreter der Schulmedizin warnen zwar vor einer einseitigen Betrachtung der Problematik, gleichzeitig wird auf die therapeutische Wirkung von elektromagnetischen Signalen (Schwingungen) hingewiesen. Demzufolge widerspricht es jeder Logik, daß technisch erzeugte elektromagnetische Impulse keine Wirkung haben. Angesprochen werden (neben einer Vielzahl weiterer Aspekte) signifikante Ertragsminderungen bei einzelnen Pflanzenarten sowie baubiologische (Magnetfeldkompensation) und rechtliche Konsequenzen in Bezug auf Erkrankungen. Unverständlich sind nach Lektüre dieser „publizierbaren Ergebnisse" Meldungen in der Tagespresse, die nach wie vor davon sprechen, daß es keine schlüssigen Beweise für eine Gesundheitsgefährdung durch Elektrostreß gibt.

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Strom des Lebens - Strom des Todes. Elektro- und Magnetosmog im Kreuzfeuer. Hrsg. v Peter C. Mayer-Tasch ... Frankfurt/M.: Fischer, 1995.2705., DM/sFr 16,90/ÖS 125,-