Ist auch die Tatsache, dass die Selbstmordrate unter Medizinern doppelt so hoch liegt wie die der übrigen Bevölkerung nicht unmittelbar auf den Zustand der Schulmedizin zu übertragen, so lässt sie doch die Suche nach ganzheitlichen Alternativen im Gesundheitswesen in besonderem Licht erscheinen. Ausgehend von einer kurzen Skizze sozialer Trends, die u. a. wachsendes Interesse für Präventivansätze erkennen lässt, bietet der Autor einen geschichtlichen Abriss verschiedener Heilkonzeptionen. Ohne die Bedeutung reduktionistischer Verfahren in Frage zu stellen, entwickelt er mit überzeugenden Argumenten die Ansicht, dass bioelektronischen Regulationsmethoden und der Homöopathie die Zukunft gehören. Geschichte und Ansatz der beiden Richtungen werden beschrieben, die Vorteile einer ursachenorientierten Therapie gegenüber der noch vorherrschenden Symptom-Unterdrückung dargestellt, wobei einzelnen Regulationstechniken wie der Vegatest-Methode besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Umfeld der Behandlung chronischer Erkrankungen sieht Kenyon besondere Vorteile der Komplexhomöopathie. Unter besonderer Berücksichtigung der Dysbakterie schildert der Autor spezifische Krankheitsbilder und Therapien und bietet Anleitungen zur Selbst-Medikation. Mit deutlicher Kritik an der "invasiven Behandlung" von Krebserkrankungen wird selbst die Eliminierung von Tumormassen auf der Basis von Naturheilverfahren für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Zusammenfassende Prinzipien der Ganzheitslehre gipfeln in der These, "dass der Heilende, der Arzt selbst, in der Lage sein sollte, sich selbst zu heilen. Schon viel zulange wurde und wird seine Person im Kreislauf des Heilens vernachlässigt". 

Kenyon, Julian: Die Medizin des 21. Jahrhunderts. Ein Orientierungs-Buch für die Medizin der Zukunft. Hrsg. v. Helmut W Schimmel. München: Sonntag, 1990.241 S., DM 39,80/ sFr 33,70 / öS 310,40