Bei einem wissenschaftlichen Symposium diskutierten Vertreter verschiedenster Berufsgruppen und Organisationen über das Für und Wider der modernen Verfahren der Fortpflanzungsmedizin in Deutschland. Die Vorträge und anschließend stattgefundenen Diskussionen sind in diesem Buch festgehalten. Dabei ging man den verschiedensten Fragen nach, hier seien nur einige exemplarisch herausgegriffen: Welche Möglichkeiten und Grenzen bestehen für die Gewinnung und Verwendung humaner embryonaler Stammzellen? Wo sollen die Grenzen für den Einsatz von Keimzellenspenden liegen?

Man verfolgte mit diesem Symposium das Ziel, durch die Vorträge der Experten und die zum Teil kontrovers ver-laufenden Diskussionen die verantwortlichen Politiker in die Lage zu versetzen, im breiten Konsens mit der Gesell-schaft ein Fortpflanzungsmedizingesetz auf den Weg zu bringen. Wobei zu bemerken ist, dass daran nicht die „breite Gesellschaft“ sondern nur Fachleute und Interes-sensvertreter betroffener Gruppen beteiligt waren.

Die Experten gaben vieles zu bedenken; sie äußerten sich z. B. für eine Präimplantationsdiagnostik, die eine Früherkennung von Erkrankungen und rasches Eingreifen mit vielfach bedeutend höheren Heilungschancen ermöglicht. Zugleich wurde auf die Möglichkeit des Missbrauchs dieser Methode verweisen, etwa den Schwangerschaftsabbruch bei der Gefahr von Fehlbildungen. Eine konkrete Empfehlung, die etwa Grundlage eines Gesetzesentwurfs darstellen könnte, wurde an dieser Stelle nicht erarbeitet. A. M. L.

Bei Amazon kaufenFortpflanzungsmedizin in Deutschland. Wissenschaftliches Symposium des Bundesministeriums für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Inst. v. 24. - 26. Mai 2000 in Berlin. Hrsg. v. BM für Gesundheit. Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges., 2001. 519 S., € 50,10 / DM 98,- / sFr 89,- / öS 715,-