»Ende der Medizin- heißt nicht, dass es mit der Medizin zu Ende ist - aber es heißt, dass sie an einem Punkt angekommen ist, an dem eine kritische Bilanz notwendig wird. Wer den Medizinbetrieb betrachtet, erschrickt darüber, wie sehr alles auf Routine und reibungslosen Ablauf ausgerichtet ist. Trotz vieler Fortschritte im medizinisch-technischen Bereich ist unsere Gesundheit nicht besser als vor Jahrzehnten. Lüth beschreibt zunächst, wie es zur heutigen Medizin kam, die in ihrer Einäugigkeit oft nur noch vom Besonderen gereizt wird. Im Anschluss an die kritische Analyse der historischen und sozialen Entwicklung der Medizin wird gegenübergestellt, was die Schulmedizin bei bestimmten Krankheiten leistet, und was außerschulische Methoden bewirken können. Am Beispiel einiger häufiger körperlicher wie seelischer Krankheiten (Asthma bronchiale, Herzjagen, Depression) stellt der Verfasser Orthodoxie und Naturheilkunde gegenüber. Zuletzt sucht Lüth objektive Kriterien des Gesundseins zu definieren. Er spricht von „kreativer Lebenserwartung“ und plädiert für die Synthese von Körper und Geist: »Die verfachlichte Erkenntnis muss wieder Tiefe und Weite gewinnen.« Ein überzeugender Nachweis, dass Gesundheit etwas mit Glücklichsein zu tun hat, und dass der Verlauf einer Krankheit auch von unserem Willen abhängt.

Lüth, Paul: Das Ende der Medizin? Entdeckung der neuen Gesundheit. Stuttgart: Dt. Verl.-Anstalt, 1986,368 S.