Unser Planet, der angesichts des Wasser-Land-Verhältnisses zu Unrecht Erde genannt wird, ist mitnichten bloß eine mit Wasser bedeckte Steinkugel, sondern ein lebendiger hochempfindlicher Organismus. Am Anfang der Erdgeschichte, als noch kein Leben existierte, entwickelten sich Festland, Atmosphäre und Ozeane ausschließlich nach physikalischen und chemischen Gesetzen. Bei ihrer wilden Jagd durch die verschiedenen Zustände landete die Erde schließlich auf einer Stufe, die günstige Bedingungen für das Leben bot. In einem besonderen Augenblick dieses Stadiums wuchsen die neu gebildeten Zellen in einem solchen Maß, dass ihr Vorhandensein den Erdraum beeinflusste. An diesem Punkt verschmolzen Lebewesen, Steine, Luft und Meere zu einem neuen Gebilde - Gaia. Die vom Autor vor rund zwanzig Jahren kreierte, "Das Gaia-Prinzip" benannten Hypothese, finden in Folge wachsenden ökologischen Bewusstseins mehr und mehr Beachtung. Lovelock, promovierter Mediziner und mehrere Jahre hindurch als Spektralanalytiker bei der NASA tätig gewesen, gestaltet die Vorstellung des Gaia-Prinzips im vorliegenden Buch zu einem faszinierenden, mit Respekt einflößender Sachkenntnis geschriebenen und mit wissenschaftlichen Details angereicherten Lesestoff, der durch unzählige eingestreute private Exkurse zu einer packenden und stellenweise geradezu poetischen Lektüre wird. 

Lovelock, James: Das Gaia Prinzip. Die Biographie unseres Planeten. Zürich (u.a.): Artemis & Winkler, 1991.3165., DM 44,-1 sFr 39,80 1 öS 343,20