Rund 1/10 aller bäuerlichen Betriebe in Österreich arbeiten nach den streng kontrollierten Kriterien des biologischen Landbaus, in Salzburg und Tirol sind es mittlerweile gut ein Drittel (und in einzelnen Regionen deutlich mehr). Ludwig Maurer - u.a. Leiter des Boltzmann-Instituts für ökologischen Landbau und angewandte Ökologie in Wien - hat persönlich entscheidend mit dazu beigetragen, daß immer mehr Bauern aber auch Konsumenten den Wert naturbelassener Produkte zu schätzen wissen und durchaus auch bereit sind, einen höheren Preis für "das tägliche Brot" zu bezahlen. Als "Vater des Biolandbaus" hat Maurer seit 1978 maßgeblich zu dieser auch im EU-Vergleich wegweisenden Entwicklung beigetragen, doch sieht er trotz beeindruckender Erfolge die Bäume nicht in den Himmel wachsen: "Mittlerweile sind viele dabei. die es nur wegen der Förderung machen und nicht wegen der Motivation", räsoniert der Konrad-Lorenz-Preisträger 1997.

Daß er indes nicht nur persönlich von den Vorteilen des Biolandbaus überzeugt ist, sondern vor allem auch Zweiflern die Vorzüge naturbelassener Lebensmittel im wahrsten Sinne des Wortes schmackhaft machen will, stellt die Broschüre "Bio-Konsument" unter Beweis, in der Maurer allgemein verständlich die Vorzüge des biologischen Landbaus (Nährwert, Geschmack, Haltbarkeit u.a.m.) erörtert, die derzeit in Österreich gültige Rechtsnorm „Die rechtlich verbindliche Kennzeichnung lautet: ,Aus biologischer Landwirtschaft'. Nur das gilt und sonst nichts." S.62) und weitere Markenkennzeichnungen darlegt und die Vielfalt an Vereinen und Verbänden präsentiert, die sich dem biologischen Landbau verschrieben haben. Darüber hinaus werden auch die einschlägigen Markenschutzzeichen des Handels und der Verarbeiter biologischer Produkte eingehend vorgestellt. Ausführlich beschäftigt sich der Autor mit dem Aspekt der Kontrolle von Bio-Bauern und geht mit der Beantwortung von insgesamt 99 Fragen auf Bedenken und Einwände aus der Praxis ein. Zuweilen freilich nimmt es wunder, daß mit der Darlegung von Selbstverständlickeiten ("Muß ich Biogemüse waschen? Jedes Gemüse sollte vor dem Verzehr gewaschen werden." S. 97) das Wohlwollen der Leserinnen doch erheblich strapaziert wird. Informativer, und selbst die letzten Skeptiker überzeugen sollte der im Anhang enthaltene Vergleich von Nahrungsmittel-Zusatzstoffen: daß weniger allemal mehr ist steht hier wohl außer Zweifel.

W Sp.

Maurer, Ludwig: Bio-Konsument  Wien: Österreich. Agrarverl., 1997. 110S. DM 13,50/ sFr 13,- / öS 99,-