Eine der ermutigendsten Informationen, die der hier zum 12. Mal vorgelegte "Bericht zur Lage der Welt" enthält, ist dem Vorwort zu entnehmen: Lester Brown, Leiter des renommierten Worldwatch Institute führt darin aus, wie es durch tatkräftige Unterstützung vorausschauender Zeitgenossen aus aller Welt zunehmend gelingt, die Entscheidungsträger auf allen Ebenen mit den hier Jahr für Jahr versammelten Befunden über die gravierendsten Herausforderungen und deren Lösungspotential zu versorgen. Es wird mithin niemand sagen können, man habe doch nicht gewußt ... Im einleitenden Kapitel beschäftigt sich L. Brown mit den globalen Grenzen des Wachstums, nennt die bei der UN-Bevölkerungskonferenz erzielten Vereinbarungen "einen Meilenstein in der Geschichte der Menschheit" (sofern sie auch umgesetzt werden) und beschäftigt sich ausführlich mit den Eckdaten einer neuen Epoche, in der diese nicht mehr in der Lage ist, die wachsende Zahl ihrer Mitglieder zu ernähren. Schwindende Bestände an frischem Wasser, Fisch und Getreide sind gleichermaßen ein ökologischer wie sozialer Risikofaktor, dem u.a. durch eine auf Ressourcenmanagement fußende Ökonomie zu begegnen ist.

Wie J. E. Young und A. Sachs in einem detailreichen Beitrag zu diesem Thema ausführen, liegt der Weg zum Erfolg darin, "nicht möglichst viel Material unzusetzen, sondern so viel als möglich aus vorhandenem Material (bei gleichzeitiger Steigerung von Beschäftigten) zu erwirtschaften". Dem "Faktor China" - es wird bis 2002 die Wirtschaftsmacht Nummer 1 sein - ist ein Kapitel gewidmet: Weiterhin hohe Steigerungsraten an Bevölkerungsdichte (jedes Jahr 1 Mal Peking zusätzlich) und Ressourcenumsatz (der Kohleverbrauch verdoppelt sich in nur 16 Jahren) stellen die Nation und die Welt vor nie dagewesene Probleme, denen - so warnen M. Ryan und Chr. Flavin - nur begegnet werden kann, wenn China tatsächlich "ergrünt" und zum Vorreiter einer Aussöhnung von Ökologie und Ökonomie wird (was zumindest die staatlichen Stellen zu propagieren nicht müde werden). Weitere Themen: Sicherung der maritimen Fischerei, Schutz von Bergregionen und ihrer Bevölkerung, Energie aus Sonne und Wind, Verbesserungen des Hausbaus aus ökologischer Sicht, Migration weltweit, Finanzierung der Abrüstung und Internationale Organisationen für globale Partnerschaft.

WSp.

State of the World 1995. A Worldwatch  Institute Report on Progress Toward a Sustainable Society. Lester R. Brown ... (Mitarb., Ed.: Linda Starke. New York (u. a.) Notton. 1995. 255 S. (ISBN 0-393-037177 [pbkjJ ca. DM / sFr 29,50 / öS 230,-