Wie nicht anders zu erwarten, eröffnen sich dem Leser einmal mehr mögliche düstere Zukünfte. Die Liste der Mißstände ist lang. Sie macht deutlich, "daß der Zerstörungsprozeß unserer Umwelt bislang nicht entscheidend gebremst werden konnte. Durch regelmäßige Veröffentlichung des Berichts "Zur Lage der Welt leistet das Worldwatch-Institut in Washington einen wesentlichen Beitrag zur Information über Mißstände, aber auch über positive Ansätze zur Verbesserung der Umwelt. Schwerpunktthemen sind diesmal Bodenerosion, Welternährung, Umweltflüchtlinge, Ozon, Verkehrswesen, Rüstung und die globale Umweltbewegung. Die aufgezählten Fakten zu den einzelnen Bereichen sind erdrückend. Beispielsweise veröden weltweit jährlich etwa 6 Millionen Hektar (doppelte Fläche Belgiens) Boden. Die Weltgetreidevorräte sind innerhalb von zwei Jahren vom höchsten auf den niedrigsten Stand seit Ende des Zweiten Weltkriegs gefallen. Derzeit fliehen mehr als 13 Millionen Menschen vor der Zerstörung ihres Lebensraumes. "Massenhafte Wanderungsbewegungen sind zum dauerhaften Symbol des Hungers geworden. Seit 1945 sind weltweit 16 Billionen US-Dollar für militärische Zwecke ausgegeben worden. Es gibt aber auch viele ermutigende Signale, wie Selbsthilfegruppen in aller Welt zeigen. Abschließend werden Modelle zur Erhaltung der Erde skizziert. Die Aktionsliste konzentriert sich auf Energiestrategien, auf die Ausweitung der Waldflächen, die Deckung des Nahrungsmittelbedarfs und den Stopp des Bevölkerungswachstums.

Der faktenreiche Report gewährt Einblick in Zusammenhänge, kommt ohne ideologische Wertung aus und beeindruckt einmal mehr durch seine Übersichtlichkeit.

 

Zur Lage der Welt 89/90. Daten für das Überleben unseres Planeten. Worldwatch Institute Report. Lester R. Brown (Mitarb.) Frankfurt/M.: S. Fischer, 1989. 336 S.