Sven Plöger

Zieht euch warm an, es wird heiß!

Online Special

Der Meteorologe Sven Plöger, bekannt als Wettermoderator des ARD, pocht ebenfalls auf die Erkenntnisse der Physik und Klimawissenschaften wider die Versuche, die Gefahren zu zerreden oder durch gestreute Zweifel Unsicherheit zu erzeugen. Gut verständlich erklärt er – einmal mehr – den Klimawandel und dessen Folgen. Auch Plöger setzt sich mit den Argumenten der Klimawandelskeptikerinnen und -skeptiker auseinander und trägt Vorschläge zur Abwendung der Klimakrise zusammen. Es liege an den Staaten, die Weichen entsprechend zu stellen. Die Pandemie habe gezeigt, dass es Sinn macht, den Erkenntnissen der Wissenschaft zu folgen. Dies müsse auch in Bezug auf den Klimawandel geschehen, der jedoch noch immer als weit weg empfunden werde („Asteroideneinschlag in Superzeitlupe“, S. 14). Im Unterschied zur Coronakrise gäbe es beim Klimawandel bereits einen Impfstoff: die erneuerbaren Energieträger.

Seine zehn wichtigsten Gedanken zur Lösung der Klimafrage beginnt Plöger dem entsprechend mit einer Haltung eines „begründeten Optimismus“. Danach folgen weitere: Die Bevölkerungszunahme dürfe nicht tabuisiert werden, die Weltklimakonferenzen müssten weitergehen, doch die bremsenden Kräfte dürften nicht mehr bestimmen, sondern die Zugpferde den Takt angeben. Forschung und Technik im Bereich erneuerbarer Energie sei Vorrang einzuräumen, mit kleinen Verhaltensänderungen könne das Klimaproblem nicht gelöst werden, es brauche Regeln für alle an den Schlüsselstellen. Notwendig seien attraktive Alternativen, denn Menschen etwas wegzunehmen, ohne ihnen etwas anderes zu bieten, rufe Ablehnung hervor, die dem Populismus der Klimaleugner in die Hände spiele. Damit zusammenhängend müsse der Politik bewusst sein, dass diese Veränderungen Kosten verursachen, diese sollen von jenen getragen werden, die mit ihrem Lebensstil viel emittieren. Zudem setzt Plöger auf Bildung, denn eine von Unkenntnis getragene, emotionale und möglicherweise ideologisch motivierte Auseinandersetzung sei Zeitverschwendung. Und er erwartet einen Beitrag der Medien: „Wissensvermittlung, die Physik von Phantasie trennt, sowie der Hinweis auf Erfolge beim Vorgehen gegen den Klimawandel tun not. Sie können die Bevölkerung zum Nach- und Mitmachen motivieren.“ (S. 36) Plögers zehnter und letzter Punkt: „Die Zeit drängt. Wir müssen Prozesse beschleunigen, die raschen Klimaänderungen erhöhen den Handlungsdruck. Zu viele oft veraltete Regeln und Gesetze, die durch immer neue Vorschriften und Ausnahmen in ein Bürodickicht verwandeln werden, bremsen uns aus.“ Was der Experte im Detail darunter versteht, erklärt er im Buch, das mit konkreten Vorschlägen endet – vom Schutz der Kohlenstoffsenken über die Reduktion des Energieverbrauchs bis hin zur radikalen Umstellung unserer Mobilität.