David Stainforth

Predicting Our Climate Future

Ausgabe: 2026 | 1
Predicting Our Climate Future

Mit diesem Buch liefert David Stainforth einen informativen Überblick über die Klimawissenschaften und verbindet ihn mit einer kritischen Reflexion. Er wirft die Fragen auf, was wir in den Klimawissenschaften wissen, was wir nicht wissen und was wir schlichtweg nicht wissen können, und versucht dabei aufzuzeigen, welchen Herausforderungen sich diese Disziplin stellen muss. Dabei ist sein Resümee, dass an mancher Stelle die Problemforschung nicht Hand in Hand mit der Problemlösung geht.

Stainforth beginnt damit, eine inhaltliche Einführung in die Klimawissenschaften darzulegen. Er legt sich dabei auf sieben Charakteristika des Klimawandels fest, die zusammen folgendes Bild ergeben: Die Klimaforschung ist eine auf historischen Klimadaten beruhende Extrapolation, deren Ergebnisse via Simulation eruiert werden. Da es sich bei dieser Methode um Zukunftsvorhersagen handelt und unser Klimasystem sehr komplex ist, gibt es hier inhärente Unsicherheiten, die nicht gelöst werden können. Diese Problematik ausblendend, wird dennoch oft an der bestehenden Methodik festgehalten und stattdessen versucht, mit höherer Rechenkapazität detailliertere Ergebnisse zu erzielen. Dieses Unterfangen kann aber das Problem der Unterdetermination nicht lösen und verliert sich deshalb in einer dem Ziel nicht länger zugewandten Suche.

Während diese Beschreibung auf den ersten Blick deprimierend wirkt, möchte Stainforth damit eher eine Wiederbesinnung auf die Zielsetzung der Klimawissenschaften bewirken: Wir möchten den Klimawandel verstehen und mit ihm umgehen lernen, sowohl in präventiver, als auch adaptiver Form. Stainforths Argument ist nun, dass wir dafür nicht perfekte Information generieren oder unsere Modelle unendlich detailliert gestalten müssen. Stattdessen müssen wir uns darauf konzentrieren, wo unsere bisherige Forschung Aussagekraft hat. Wo sie dies nicht hat, müssen wir akzeptieren, dass Lösungen nicht an diese Disziplin gebunden sind. Er beschreibt Klimawandel als etwas Interdisziplinäres, weshalb er die Möglichkeit sieht, die Schwachstellen der Klimaforschung durch andere Wissenschaften auszugleichen.

Dabei verdeutlicht er die Notwendigkeit, den Klimawandel als das Problem wahrzunehmen, das er ist. Dafür genügt es nicht, unzureichende Simulationen durchzuführen. Es braucht verständliche und aussagekräftige Informationen, die sich an den Lebenswelten der Menschen orientiert. Beginnend bei „Wie werde ich in Zukunft zur Arbeit kommen?“ bis hin zu „Wie wird sich die Steuerlast durch den Klimawandel verändern?“ sollen Fragen ins Bewusstsein gebracht werden, die den Klimawandel in unserer Alltagsrealität erden.

Stainforth gelingt es damit, die Grenzen der Klimawissenschaft aufzuzeigen, ohne zu verzweifeln. Er gibt seiner Leser:innenschaft mit diesem Buch ein Mittel an die Hand, um zu verstehen, wo Klimawissenschaft als Disziplin scheitert, warum sie scheitert und gleichzeitig was sie trotzdem liefern kann. Durch diese Reflexion sieht er die produktive Gestaltung dieser Wissenschaft in der Zukunft begründet.