Ausgangspunkt bildet die Überlegung, dass die sorgfältige Analyse der Gegenwart realistischere Prognosen künftiger Entwicklung ermöglicht. Nach Auskunft der Herausgeber ist nicht beabsichtigt, 'Patentrezepte zur Lösung der Zukunftsprobleme anzubieten. Grundsätzlich werden folgende Kernaussagen getroffen: In naher und mittlerer Zukunft wird es noch mehr Staaten mit »freiheitlich-demokratischer« Gesellschaftsform geben. Gegenüber alternativen Wirtschaftssystemen wird sich die »soziale Marktwirtschaft« behaupten. Steigendes Wachstum ist notwendig, damit die Umweltschäden beseitigt werden können. Die ökologischen Probleme sind bei wirtschaftlichem Wachstum schon in absehbarer Zeit zu lösen. Abbau von Sozialleistungen, die Notwendigkeit von Leistungen und Qualifikation, flexible Arbeitszeitregelung werden ebenso prophezeit wie die Steigerung der Lebensqualität durch technischen   Fortschritt. Schließlich soll auch künftig jedem einzelnen die Entscheidung überlassen werden, welchen Beruf er ausüben will. Man hält sich insgesamt an das Poppersche Modell der »schrittweisen Sozialtechnik«, die Einzelprobleme erst dann zu lösen, wenn sie auftreten. Das Buch beinhaltet im Wesentlichen die am Internationalen Symposium in Fuschl/Österreich 1986 gemachten Äußerungen. Die Veranstaltung wurde von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, der Österreichischen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und der Vereinigung Österreichischer Industrieller getragen.  Der Anspruch, eine sorgfältige, objektive Analyse der Gegenwart geleistet zu haben, kann man den Autoren nicht bescheinigen. Zu einseitig und ängstlich um die erworbenen Pfründe ringend, bleibt man dort stehen, wo die Diskussion beginnen sollte. Die geforderte Voraussetzung für eine sichere Zukunft der westlichen Gesellschaftsordnung, ein Klima des Vertrauens in Wirtschaft, Umwelt und Politik, lässt den erforderlichen Weitblick zur Lösung der heute schon offenkundigen Probleme, die mit den bisherigen wirtschaftlichen Maßnahmen keineswegs zu lösen sind, vermissen.

Wie leben und arbeiten wir Morgen. Hermann, Linke; Dieter Portner (Hrsg.). Herford (u.a.): Maximilian-Verlag, 1987. 156 S. (Wirtschaften- Verantworten-Gestalten;15)