Vier Bücher. Vier Themen.

Ausgabe: 2025 | 4
Vier Bücher. Vier Themen.

Kristin Ross: The Commune Form. The Transformation of Everyday Life

Dieser Essay zeichnet die Geschichte der Kommune als Ort kollektiver Selbstverwaltung nach. Zieht sich der Staat zurück, so blüht die Kommune auf, und Menschen beginnen, ihr tägliches Leben kollektiv zu gestalten. Dies gilt sowohl für die berühmte Pariser Kommune 1871, als auch für jüngere Beispiele gemeinschaftlichen Lebens und Widerstands. Revolution erscheint vor diesem Hintergrund nicht als Konflikt zwischen Staat und Anarchie, sondern zwischen Staat und einer anderen Organisation politischen Lebens und Gemeinschaft. Stefanie Gerold

Verso Books, London 2025 · 134 Seiten

 

Douglas Rushkoff: Survival of the Richest. Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind

In „Survival of the Richest“ entlarvt der Medientheoretiker Douglas Rushkoff ein gefährliches technokapitalistisches Mindset und zeigt, wie Tech-Milliardäre versuchen, sich mit Bunkern, Marsplänen und virtuellen Welten vor den Folgen ihrer eigenen Systeme zu retten. Ihr Denken ist technofeudal: Mensch und Natur werden zu verwertbaren Ressourcen degradiert. Der Autor kritisiert diesen Rückzug aus Verantwortung und plädiert für eine menschlichere, demokratisch kontrollierte Technologie. Stefanie Gerold

Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Suhrkamp Verlag, Berlin 2025 · 281 Seiten

 

Günther Witzany (Hg.): Klein sein oder nicht sein. Für eine Kultur der Selbstbeschränkung

Die Diskurs anregenden Persönlichkeiten Erwin Chargaff, Leopold Kohr, Robert Jungk und P. C. Mayer-Tasch nahmen 1991 am Symposium „Klein sein oder nicht sein. Für eine Kultur der Selbstbeschränkung“ teil, um sich mit ihren Vorträgen gerade zu ökologischen und politischen Herausforderungen der Zeit zu positionieren. Günther Witzany gibt nun eine Zusammenstellung dieser Referate heraus, um an die Zusammenkunft zu erinnern, vor allem aber auch, um die formulierten Gedanken und Anregungen als Inspiration und Motivation für gegenwärtige und kommende Generationen verfügbar zu machen. Katharina Kiening

Tauriska Verlag, Neukirchen am Großvenediger 2024 · 100 Seiten

 

Volker Weiß: Das Deutsche Demokratische Reich. Wie die extreme Rechte Geschichte und Demokratie zerstört

Volker Weiß gibt mit diesem Buch seiner Leser:innenschaft ein Werkzeug an die Hand, den Blick gegen historische Umdeutungen und faktische Überschreibungen zu schärfen, von denen im aktuellen politischen Diskurs Gebrauch gemacht wird. Dabei geht er auf die neu gefundene Allianz zwischen Russland und dem deutschen rechten Rand ein, zeigt den Versuch der AfD auf, den Nationalsozialismus zu etwas gänzlich anderem zu machen und widmet sich einer DDR-Nostalgie, deren repressiven Umgangsformen ins Positive verquert werden. Johannes Haunschmid

Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2025 · 288 Seiten