Das Fahrrad als Verkehrsmittel boomt. Doch die Verkehrsplanung wird dieser Entwicklung kaum gerecht. Viel zu viel öffentlicher Raum ist nach wie vor dem Auto vorbehalten. Gesetz und Planung stufen den Radfahrer als "Fußgänger auf Rädern" ein, statt als Fahrzeuglenker. Das bringt gravierende Nachteile, die das Radfahren unattraktiv und gefährlich machen. So ist es z. B. unsinnig, gemeinsame Geh- und Radwege zu konzipieren, nur um Parkplatzangebot und freie Fahrt für Autos sicherzustellen. Hier sind Konflikte vorprogrammiert.

Radfahren in der Stadt muß zügig und sicher möglich sein und sich nicht als Hindernislauf gestalten. So ist es nicht verwunderlich, daß viele Menschen das Fahrrad nur in der Freizeit benutzen, da sie im täglichen Straßenverkehr vor dem "Abenteuer Radfahren " zurückschrecken. Dieses Planungshandbuch enthält nun Lösungen und Empfehlungen zu allen fahrradspezifischen Themen: Von der Gestaltung von Kreuzungen, Fahrstreifen - Radwege werden lediglich als eine Maßnahme unter vielen behandelt - bis zu Fahrrad-Abstellanlagen und allgemeinen Daten. An die 400 Fotos und Grafiken stützen die Theorie. Mit dieser Studie gibt der Herausgeber den Verantwortlichen in Politik und Verkehrsplanung eine wertvolle Orientierungshilfe in die Hand. Aber auch alle, die gern täglich mit dem Fahrrad mobil sind (oder gerne wären), werden darin eigene Verbesserungsvorschläge konkretisiert und praktisch umsetzbar finden.

D. N

Straßen zum Radfahren. Hrsg. v. Verkehrsclub Österreich. Wien, 1995. (Wissenschaft und Verkehr; 2/95) 144 S., DM / sFr 37,50/ ÖS 290,