Hervorgegangen aus Aktivitäten der Studenteninitiative "Wirtschaft und Umwelt" an der Universität Mannheim, enthält dieser Band insgesamt zehn Beiträge einer fakultätsübergreifenden Ringvorlesung, in der aus betriebs-, und volkswirtschaftlicher, natur-, rechts-, sozialwissenschaftlicher wie auch philosophischer Sicht Perspektiven des unabdingbaren Ausgleichs von Ökonomie und Ökologie vorgetragen wurden. Die Kerngedanken der m.E. zentralen Beiträge seien an dieser Stelle kurz referiert, die weiters zur Diskussion gestellten Themen erwähnt. Im einleitenden Referat tritt S. Bach vom Deutschen Institut für Volkswirtschaftsforschung (Berlin) nachdrücklich für eine über 15 Jahre hinlaufende, aufkommensneutral gestaltete Ressourcenbesteuerung mit einer jährlichen Steigerungsrate von 7% ein. Der auf einen fiktiven "Grundpreis" aufgeschlagene Steuersatz - Bach beziffert ihn mit 9 DM pro Gigajoule - würde im ersten Jahr 0,63 DM und in 15 Jahren mit knapp 18 DM / GJ zu Buche schlagen. Mit Steigerungsraten von durchschnittlich 4,5% pro Jahr würde der Preis für (fossile) Energieträger um insgesamt 58% ansteigen. Bei einer entsprechenden Kürzung der Lohnnebenkosten für Unternehmen und einem Ausgleich für Private (etwa in Form eines Ökobonus-Systems) rechnet Bach mit massiven technologie- und arbeitsplatzfördernden Impulsen und empfiehlt der BRD hinsichtlich einer ökologischen Steuerreform auch eine Vorreiterrolle im Rahmen der EU. Politisch-ökonomische Hindernisse für eine effiziente nationale wie internationale Umweltschutzpolitik ortet R. Vaubel (Mann heim) im derzeit geltenden ordnungspolitischen Rahmen der Gesetzgebung. Diese sei u.a. wettbewerbsverzerrend, begünstige ein ”Schweigekartell der Oberingenieure", fördere bürokratische Verfilzung und Korruption. Zur Überwindung des Status quo empfiehlt Vaupel Umweltabgaben und/oder handhabbare  Umweltlizenzen und skizziert jeweils Vorzüge bzw. Nachteile der beiden Instrumentarien. E. Zwierlein, Philosoph, und Ralf Isenmann, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Kaiserslautern, setzen sich mit der Entwicklung des neuzeitlichen Naturverständnisses auseinander und plädieren für einen an H. Jonas orientierten "modernen Verantwortungsbegriff, bei dem "die [hypothetische] Orientierung am Vorbild der Natur als biomorphem Modell im Dienst des (Über-)Lebens steht".

Da die Natur jedoch "weder eindeutig noch unmißverständlich ist, also keine unmittelbaren normativen Empfehlungen geben kann", wird ein makroskopisch und interdisziplinär ausgerichteter, verantwortungs- und konsensual orientierter Diskurs als Weg hin zu einem "gerechten Austausch mit der Natur" vorgeschlagen. Weitere Themen: Umweltmangagement mit EMAS und/oder ISO 14.001 (Th. Dyllick], ein erweitertes Faktorensystem (P Eichhorn), ökologisch orientierte Raumplanung (K. Fischer), ökologische Aspekte der Industriebetriebslehre (H.-J.Hoitsch), Grenzen und Möglichkeiten einer nachträglichen Entwicklung (F. Jöst u. R. Manstetten), Umweltschutz und Wettbewerbsrecht. exemplarisch diskutiert an "Grünem Punkt" und "Blauem Engel" von E. Ullmann, sowie Umweltmanagement bei der deutschen Asea Brown Boweri AG (U. Weis). W Sp.

Umweltorientierte Marktwirtschaft. Zusammenhänge - Probleme - Konzepte. Hrsg. v. Peter Eichhorn. Wiesbaden: Gabler. 1996. 151 S.