Die ökologische Krise stellt die Menschheit insgesamt vor die Aufgabe, durch einen kulturellen Evolutionsprozess die mögliche Zerstörung der belebten Natur (und damit letztlich seiner eigenen Lebensgrundlagen) aufzuhalten, bzw. rechtzeitig zu meistern. Dazu bedarf es der Erarbeitung geeigneter Handlungsnormen und der entsprechenden Normendurchsetzung. Ein wichtiger Beitrag zu dieser Normenfindung ist die junge Spezialdisziplin der Umweltethik und hier im Besonderen dieses Buch. Es beschäftigt sich neben der kritischen Darstellung der bisherigen Ansätze der Umweltethik (anthropozentrische, biozentrische, physiozentrische) mit den für eine Umweltethik zentralen Aussagen der Schöpfungstheologie und den einschlägigen kirchlichen Dokumenten. Dabei wird klar, dass Christsein und umweltethisch verantwortliches Handeln voneinander nicht zu trennen sind - ein Arbeitsergebnis der (theologisch orientierten) Umweltethik, die den abendländisch-christlich geprägten Kulturkreis als Hauptverantwortlichen für die ökologische Krise unausweichlich in die Pflicht ruft. Die entworfenen Kriterien einer Umweltethik könnten so bei verantwortungswilligen Menschen zu einem partnerschaftlichen Umgang des Menschen mit der Natur führen. Für umweltethisch Interessierte wird außerdem das Literaturverzeichnis einen guten Überblick über wichtige umweltethische Arbeiten darstellen. G. W

Schlitt, Michael: Umweltethik. Philosophisch-ethische Reflexionen - Theologische Grundlagen - Kriterien. Paderborn (u.a.): Schöningh, 1992. 302 S., DM 48,-/ sFr 41,70 / öS 384