Remmert tritt mit einem von ihm nicht einzulösenden Anspruch dem Leser entgegen, eine Gesamtschau des Naturschutzes zu versuchen. In solcher Weise aufgeschreckt und mißtrauisch gemacht, gelingt es dem Rezensenten kaum, einen objektiven Zugang zum "Lesebuch" zu finden. Oberflächlich und unsystematisch wird zunächst versucht, viele vom Menschen verursachte ökologische Katastrophen zu analysieren und die Frage gestellt, wie der Mensch diese überleben konnte. Nach den Einblicken in "die organismische und kulturelle Evolution" und deren Folgen, kommt Remmert zu seinem eigentlichen Thema. Schließlich werden die Rechtsgrundlagen zum Schutze der Natur gegliedert in Artenschutz, Biotopschutz und den Schutz ökologischer Prozesse behandelt. Resümierend erhebt der Autor für den Naturschutz einige Punkte als Mindestanforderung. Neben Naturparks mit Schutzstatus und einem intensiven Bodenschutz brauchen wir nach seinen Ausführungen "eine funktionierende biologische und ökologische Erziehung unserer Bevölkerung, insbesondere Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen, die in unserer Gesellschaft Verantwortung tragen". Insgesamt setzt er zu Recht auf großflächige und langfristige Arbeit von Fachleuten auf dem Gebiet der biologischen Ökologie.

 Remmert, Hermann: Naturschutz. Berlin u.a.: Springer-Verlag, 1988. 2025.