Die Krise der Ökologie ist menschengemacht. Das entscheidende Defizit liegt in der Umsetzung des reichlich fließenden Wissens zu praktischem Handeln. Dem will der Autor durch die Vermittlung von Grundbegriffen und Konzepten der Ökologie entgegenwirken, indem deren Brauchbarkeit als Entwicklungsstrategien in Richtung einer Versöhnung von Ökologie und Ökonomie untersucht wird. Voraussetzung jeder Art von Naturschutz ist das Verständnis ökologischer Kreisläufe. Der Autor stellt dazu die Frage, was vor wem, zu welchem Zweck und aus welchen Motiven bewahrt werden sollte. Als Ziel wird formuliert, möglichst vielen ein menschenwürdiges Dasein zu ermöglichen. Zur Behebung der Krise bedarf es allerdings eines neuen Entwurfes vom Bild des Menschen. Gefordert wird eine "weitere Häutung auf dem Weg vom Tier zur wahren Humanität". "Es gibt keinen Fortschritt um den Menschen (Monotop) ohne Fortschritt im Menschen (Monozön)." Im Hinblick auf das Verhältnis von Ökonomie und Ökologie gilt das Prinzip der Irreversibilität. Kinzelbach beklagt "eine zu primitive, weil zu naturnahe Ökonomie". Wir stehen "vor der Alternative wachsender Katastrophen oder eines völligen Umdenkens über unsere Stellung zur Natur, verbunden mit entsprechendem Handeln". 

Kinzelbach, Ragnar K.: Ökologie, Naturschutz, Umweltschutz. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1989. 1805., (Dimensionen der modernen Biologie; 6) DM 39, - I sFr 33, - I öS 304,20