Mit dem Schlagwort Telearbeit sind nicht nur Hoffnungen auf gesteigerte Lebensqualität und Umweltschonung, sondern auch Befürchtungen in Richtung Sozialverlust. Ausbeutung und Entfremdung umschrieben. Und während die Diskussion bei uns noch in vollem Gange ist, schreitet andernorts der Ausbau der Telearbeitsplätze rasant voran. In den USA gibt es bereits 7,5 Mio. solcher Arbeitsplätze, in Deutschland bisher zwischen 30.000 und 150.000. Bis zum Jahr 2000 sollen in Europa drei bis vier Mio., in der BRD an die 800.000 Plätze für Teleworker geschaffen werden. Der Managementtrainer Manfred Lucas beschreibt detailliert die Vorgehensweise bei der Einführung von Telearbeit. die er als "Arbeit unabhängig vom Unternehmensstandort unter hauptsächlicher Nutzung der luKTechnik definiert. Er geht davon aus, daß die Einführung - und er selbst steht dieser neuen Arbeitsform überaus positiv gegenüber - nur dann gelingen kann, wenn eine Balance erreicht wird zwischen Arbeitsinhalten, die für Telearbeit geeignet sind, der Zustimmung und Eignung des Managements und last but not least dem Wunsch der Mitarbeiter. Neben Überlegungen zur grundsätzlichen Eignung des ins Auge gefaßten Arbeitsraumes werden eine Reihe von rechtlichen Fragen ebenso angesprochen wie die Ausbildung von Telearbeitern und die Kosten-Nutzen-Rechnung. Ohne Anspruch auf vollständige Auflistung zu erheben, nennt Lucas Vorteile sowohl für das jeweilige Unternehmen - etwa eine bessere Arbeitsmoral, die Steigerung der Arbeitsproduktivität sowie höhere Arbeitsleistungen - als auch für die Arbeitnehmer (etwa Flexibilität, Autonomie, Arbeiten in ungestörter, entspannter Atmosphäre). Der Autor sieht zwar kaum Nachteile und wenn, dann lassen sie sich mit entsprechender Sorgfalt bei der Implementierung leicht vermeiden. (Angesprochen werden die Belastung durch elektromagnetischer Felder, eine mögliche Aushöhlung des Arbeits- und Sozialrechts sowie die Befürchtung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Belegschaft.) Besonders engagiert wendet sich Lucas gegen die Meinung, Telearbeit isoliere Menschen. Er argumentiert, daß der erste Zweck der Arbeit ohnehin nicht im Aufbau und Pflegen von Sozialkontakten besteht. Schließlich werden einige Anwendungsfelder (Abstracterstellung, Budgetplanung, Sekretariatsarbeiten u. a. m) kurz beschrieben, Musterverträge vorgestellt und Checklisten sowie Adressen angeboten. A. A.

Lucas, Manfred: Telearbeit. Strategien für die Zukunft ihres Unternehmens. Düsseldorf (u.a.) Econ, 1997. 224 S.