
Die „Wiener Vorlesungen“ sind „ein offenes Dialogforum der Stadt Wien und eines der wichtigsten Formate für Wissens- und Kulturvermittlung“ (S. 7), so die Selbstbeschreibung im Vorwort von Stadträtin für Kultur und Wissenschaft Veronica Kaup-Hasler. Eingeladen werden zu diesen Vorlesungen seit über drei Jahrzehnten renommierte Denker:innen und Wissenschaftler:innen, stets mit dem Ziel, zukunftsweisende, auf wissenschaftliche Grundlagen gestützte Diskurse zu ermöglichen. Die Vorträge werden schriftlich dokumentiert, im Picus Verlag haben sie ihre publizistische Heimat gefunden. So auch der vorliegende, schmale Band „Stadt unter Druck. Herausforderungen im Klimawandel“, der auf eine Veranstaltung mit der Architektin Maria Auböck aus dem Jahr 2024 zurückgeht.
Auböck beschreibt, wie sie sich mit ihrem Mann János Kárász für eine Baukultur einsetzt, die klimagerechte Stadträume entstehen lässt, wie sie an der Schnittstelle von Planung und Gestaltung arbeiten, präsentiert auch eigene Projektbeispiele aus Salzburg, Wien und Baku als zukunftsorientiertes Handeln.
„Welche Belastungen für die Umwelt und den Stadtraum gibt es?“ (S.12), fragt Auböck, und geht anschließend auf ausgewählte Punkte ein, darunter: Temperaturveränderungen und Wetterereignisse durch den Klimawandel erfordern landschaftsplanerische Maßnahmen; ökonomische Krisen betreffen die Baukultur wie auch verschiedenste Bevölkerungsgruppen und lässt Armut wachsen. Es bedarf entsprechende Unterstützung zur Bewältigung von Kosten, etwa im Bereich von Wohnen, Energie und auch Mobilität; im Bereich Bauwesen und Industrieproduktion sind anders konzipierte Aufgabenstellungen, vor allem technische Innovation notwendig, um von Öl- und Gasnutzung wegzukommen; Bodenversiegelung gilt es zu reduzieren, Landschaftsschutz in aktuelle Planungsprozesse zu integrieren.
Auböck nennt auch Beispiele, um zu zeigen, wie andere Städte mit gegenwärtigen Herausforderungen umgehen, verweist etwa auf Paris, Madrid und Hamburg. Insgesamt ein schnell gelesenes Büchlein, das Überblick und einen niedrigschwelligen Einstieg ins Thema bietet. Eine sinnvolle Basis für die genannten, angestrebten Diskurse.








