Die Sozialwissenschaften, so eine der Thesen Manfred Cramers im einleitenden Beitrag, haben zwar das Thema" Umwelt" angenommen, werden ihm aber mit den erprobten Instrumentarien der Psychotherapie, Aufklärung oder Regionalplanung nur unzulänglich gerecht. Um psychosozialen Auswirkungen der industriellen Zerstörung zu begegnen, gilt es, die wachsende "Umweltbetroffenheit" als Aufgabe für Soziologie und Psychologie neu zu entdecken. "Zukunftssichernden Aufgaben" soll verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dass in diesem Umfeld neue soziale Bewegungen eine nicht nur legitime, sondern wachsende praktische Bedeutung erlangen, verdeutlicht der Hauptteil dieser Arbeit. Er bietet anhand von 35 Interviews ein Spektrum der Gruppen und Verbände, die sich im Raum München der Umweltschutz- und Ökologiebewegung verpflichtet haben. Von kurz gehaltenen Zitaten zum Selbstverständnis der einzelnen sozialen Akteure ausgehend, stellen die Verfasser Themen und Arbeitsmethoden, Defizite und Anliegen der Gruppen dar. Entwicklungstendenzen nach Tschernobyl und dem ambivalenten Verhältnis gegenüber Staat und Politik, das insbesondere auch kritische Äußerungen und Enttäuschungen gegenüber den Grünen einschließt, sind weitere Ausführungen gewidmet. Ein Adressenverzeichnis lädt zu weiterreichender Information bzw. zu persönlichem Engagement ein. München: Umweltgruppen Soziale Bewegungen 

Soziale Bewegungen im Umweltbereich. Eine Bestandsaufnahme. Thomas Bacher ... Hrsg. v. Fachhochschule München, FB Sozialwesen. München: Eigenverl., 1990. 156 S. (Soziale Arbeit in der Wende' 4) DM 26,- / sFr 23,- / öS 202,80