Markante Zeitwenden haben immer schon Anlaß zur Spekulation gegeben. Es ist von apokalyptischen Aussichten ebenso die Rede wie von paradiesischen Zuständen im Wassermannzeitalter. Der Frage, inwieweit eine Vorhersage ernst zu nehmen ist, kommt dabei besondere Bedeutung zu. Vermutete Problemlösungen erweisen sich oft als untaugliche Mittel zur Lösung des Problems. Das Unerwartete kann in die Planung nicht einbezogen werden. Ein ganzer Wissenschaftsbereich, die Futurologie, beschäftigt sich damit. Problematisch: werden die im vorliegenden Band gemachten Prognosen vor allem dann, wenn statistische Werte (durchschnittliches Haushaltsbudget einer österreichischen Familie von öS 20.000,-) herangezogen werden.

Die hier zusammengetragenen Informationen zu Gegenwart und Zukunft geben aber doch einen Überblick und zeigen Chancen Österreichs auf dem Weg ins nächste Jahrtausend auf. Viele Überlegungen beziehen sich auf allgemeine Tendenzen. Unsere Perspektive für den Sprung ins nächste Jahrtausend wird von ziemlich klar abzugrenzenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Faktoren bestimmt. Die größte Unbekannte sind politische Einflüsse. Im Überblick werden dann im einzelnen Themen wie Tourismus, Verkehrsentwicklung, Landwirtschaft, Energie, Forschung u.a.m. angesprochen. Auf Fernsehsendungen basierend, soll das Buch vertiefende Einblicke bieten, um Probleme rechtzeitig erkennen und auch lösen zu können. Vieles vom Gesagten ist längst Gegenwart. Neue Grundwertewie Selbstverwirklichung, Partizipation und steigendes Interesse an Umweltfragen beeinflussen bereits den Alltag.

Allzu viel Optimismus scheint nicht angebracht. Vernachlässigt wurde die Betrachtung größerer Zusammenhänge. Das Motto 'global denken, lokal handeln" ist auch für die Menschen eines kleinen Landes unabdingbar. Wenig ausdifferenzierte statistische Hochrechnungen helfen dabei wenig weiter.

Friedrich, Gerhard: Bevor die Zukunft vorbei ist. Österreich 2000. Hrsg. v. Johannes Kunz. Wien: Kremayr & Scheriau, 1988. 191 S. DM 43,-/sfr 32,40/öS 298,-