Dass Vieles, was heute diskutiert wird, auch schon vor Jahrzehnten Thema war, spricht nicht gegen die Virulenz der Vorschläge, sondern wirft vielmehr ein Licht darauf, wie langsam sich neue Ideen durchsetzen. So hat die vor dreißig Jahren geäußerte Kritik von Hans A. Pestalozzi, dem langjährigen Leiter des Schweizer Gottlied-Duttweiler-Instituts, an unserem wachstumsfixierten Wirtschaftssystem nichts an Aktualität eingebüßt. Hier einige Beispiele:

 

„Wir geben uns noch immer der Fiktion hin, dass wir arbeiten, um leben zu können. Die neueste Errungenschaft unseres Systems ist jedoch, dass wir dringend mehr konsumieren müssen, damit genügend Arbeitsplätze da sind. Oder es müssen sogar neue Bedürfnisse geschaffen werden, damit wir arbeiten können.“

 

„Die Wirtschaft behauptet immer noch, Investitionen tätigen zu müssen, um neue Arbeitsplätze zu schaffen. Wissen wir aber nicht genau, dass mit den Investitionen nach Möglichkeit Arbeit durch Kapital ersetzt wird.“„Wir versuchen, eine der großen Ungerechtigkeiten unseres Systems, die Existenz von Reichen und Superreichen, dadurch zu beseitigen, dass wir die Vermögensbildung des kleinen Mannes propagieren. Glauben wir tatsächlich, durch die Schaffung von Millionen von Schrebergärten-Kapitalisten an der Macht der großen Vermögen auch nur das Geringste zu ändern?“

 

Hans A. Pestalozzi: Nach uns die Zukunft. München: Kösel-Verl., 1979. S. 95ff.