Friedenspolitik in Österreich und der Europäischen UnionSeit vielen Jahren versucht der Friedensforscher Thomas Roithner durch publizistische Beiträge den Diskurs über sicherheitspolitische Themen mitzubestimmen. Aktuelle Artikel sind in dem Band „Märkte, Macht und Muskeln“ gesammelt erschienen. Wie der Titel des Buchs andeutet, analysiert Roithner insbesondere die Zusammenhänge von „Sicherheitspolitik“ und ökonomischen Interessen. Er warnt vor einer „Versicherheitlichung“ der Außenpolitik und einer Militarisierung der Europäischen Union, wirft dieser vor, im Bereich Waffenhandel mit zweierlei Maß zu messen und insistiert auf einem umfassenden Friedensbegriff (“Friede ist bedeutend mehr, als militärisch nicht bedroht zu werden“, S. 49). Roithner erinnert daran, dass die nukleare Abrüstung trotz Ende des Kalten Krieges nicht wirklich klappt, und er appelliert – mit Blick auch auf Österreich – an die aktive Rolle,  die neutrale Staaten in der Konfliktbearbeitung einnehmen können. Ein informativer Band mit streitbaren Beiträgen für ein erweitertes Sicherheitsverständnis. Untermauert mit dem Hinweis, dass wir längst in eine multipolare Welt eingetreten sind, wie etwa der Umstand zeigt, dass mittlerweile 45 Prozent der Weltbevölkerung aus den BRICS-Staaten kommen. Hans Holzinger 


Roithner, Thomas: Märkte, Macht und Muskeln. Die Außen-, Sicherheits- und Friedenspolitik Österreichs und der Europäischen Union. Wien: myMorawa, 2017. 129 S., € 12,99 [D, A] ISBN 978-3-99057-541-3