Schifahren ist nach wie vor ein Freizeitvergnügen ersten Ranges; betrachtet man diesen Sport aber von seiner Ökobilanz her, fällt die Einschätzung nicht mehr so überzeugend aus. Der gesundheitliche Nutzen ist, die Bewegungskoordination ausgenommen, spärlich, und nicht zuletzt fallen erhebliche direkte und indirekte Kosten an. Wer aber dennoch mit gutem Gewissen Ski fahren will, für den hält das" Kursbuch Lebensqualität" Tipps bereit. Der achthundert Seiten starke Band nimmt vom Haushalt über Bau- und Wohnmaterial, von der Unterhaltungselektronik bis zum psychischen Wohlbefinden, von der Ernährung bis zu Textilien viele der uns umgebenden mehr oder minder notwendigen Produkte unter die Lupe. So reicht das Spektrum der ökologischen Gesamtbilanzen vom WC-Becken-Stein bis hin zum Desinfektionsmittel. Zusätzlich enthält jede Bilanz Anregungen und Tips für den geld- und ökobewußten Konsumenten. In Sachen Ernährung räumen die Autoren mit so manch traditioneller Einschätzung auf. Fleisch wird als Vitaminlieferant rehabilitiert (Schweinelenden etwa enthalten fast dreimal so viel Vitamin B 1 wie Roggenkorn). Hinzu kommt die Erkenntnis, daß der Mensch auch "psychisch" ißt: Schmeckt es ihm nicht, nützen auch die Vitamine und Kohlenhydrate wenig. Insgesamt entsteht der Eindruck, daß es den Autoren darum geht, den Menschen jeweils in seiner psychischen wie physischen Ganzheit zu erfassen und nicht alleine als Objekt. Hier liegt, zusammengefaßt, ein lebenspraktisches Buch für jeden vor. Der relativ hohe Preis macht sich jedenfalls allein schon aufgrund der Spartipps bezahlt. A. Sch.

 

Langbein, Kurt; Mühlerberger, Manfred; Skalnik, Christian: Kursbuch Lebensqualität. Köln: Kiepenhauer & Witsch, 1995. 800 S.,