Sorgfalt, Sachkenntnis und der Anspruch, einen umfassenden Einblick zu geben, zeichnen die vorliegende Zusammenstellung von Verfahren, Methoden und Instrumenten einer ökologischen Produktpolitik aus. Den Verfassern gelingt es, die vielen Ansätze, die im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelt wurden, in verständlicher Sprache darzustellen, sie in den Kontext der Umwelt- und Unternehmenspolitik (einschließlich Umweltgesetzgebung) zu stellen und zugleich nach jeweiligen Stärken und Schwächen zu bewerten Zunächst werden die Gemeinsamkeiten und Differenzen unterschiedlicher produktpolitischer Informationsysteme (Produktlinienanalyse, Produkt-Ökoauditing und -Ökobilanz, Technikfolgenabschätzung u. a. m.) dargelegt sowie qualitative und quantifizierende Bewertungsverfahren zur ökologischen Produktbilanzierung vergleichend gegenübergestellt. Es folgt eine Übersicht über ordnungsrechtliche Maßnahmen (Produktver- und -gebote), ökonomische Lenkungsinstrumente (Produktsteuern- und -subventionen, Produkthaftung) und Produktinformationspflichten bzw. -vereinbarungen. In diesem Kontext wird auch der Komplex der Produktwerbung erörtert, der insbesondere im Bereich des Werbens mit Umweltargumenten klare Richtlinien erfordert. Abschließend entwerfen die Autoren ihre Konturen einer ökologischen Produktpolitik, wobei sie u. a. Vorschläge für ein Produktbilanzierungsgesetz vorlegen. Ein "Produkt-Paß" soll zum einen die Verbraucherinnen über die Ökobilanz der Erzeugnisse informieren, zum anderen den Unternehmen in der Kontrolle und ständigen Verbesserung der Produkte im Sinne von Öko-Effizienz dienen. Die Verfasser plädieren vehement auch für die Einbindung der Arbeitnehmerinnen in die Produktentwicklung, was etwa über die Veröffentlichung von Produktberichten geschehen könnte. Ihre Hoffnung auf die Rückkehr zu langlebigen, reparatur- und recyclingfreundlichen Produkten stützen die Umweltexperten mit den rapide steigenden Entsorgungskosten. Nicht zuletzt greifen sie die Idee einer' "Öko-Mehrwertsteuer" auf, räumen aber ein, daß diese nur bei Vorliegen der entsprechenden Bewertungsgrundlagen für die Vielzahl der am Markt befindlichen Produkte realisierbar wäre. H. H.

Rubik, Frieder; Teichert, Volker: Ökologische Produktpolitik. Von der Beseitigung von Stoffen und Materialien zur Rückgewinnung in Kreisläufen. Stuttgart: Schäffer-Poeschl, 1997. 451 S., DM/sFr 78,-/ÖS 570