Viele Menschen fühlen sich heute den neuen Entwicklungen hilflos ausgeliefert. Hauptursache für viele Ängste und vor allem für den Vertrauensverlust der Bevölkerung ist nach Meinung des Autors der mangelnde Dialog von Wissenschaft und Industrie mit der Öffentlichkeit. In fünf Kapiteln, in denen er jeweils eines der Rolle von Wissenschaft, Industrie, Medien, Staat und Gesellschaft widmet, beleuchtet Heilmann die historischen und aktuellen Zusammenhänge dieses Kommunikationsproblems. Er zeigt auf, dass ein Überleben der menschlichen Spezies nur durch Kooperation möglich ist. Konfrontation und Ablehnung von seiten der Öffentlichkeit verwirkliche noch keine Ziele, und eine umweltverträgliche Zukunft könne nur über eine intakte Industrie erreicht werden. Das unermessliche Bevölkerungswachstum, das uns bevorsteht, ohne Einsatz von Technik und Chemie überleben zu wollen, sei reine Utopie. Von Industrie und Wissenschaft fordert Heilmann mehr soziale Verantwortung sowie Transparenz: wissenschaftliche Forschung dürfte nicht mehr in der Abgeschiedenheit von Laboratorien erfolgen, die Türen müssten endlich gläsern werden. Das Buch ist Versuch, Brücken zu bauen, um den tiefen Graben zwischen den Pionieren des technischen Fortschritts und dessen Gegnern zu verringern. Trotz mancher Längen ist Heilmanns Arbeit v.a. Unternehmern zu empfehlen. Dem interessierten Laien bietet es einen differenzierten Einblick in die Problembereiche Gentechnologie/Umwelt. Informationsgesellschaft Wissenschaftsjournalismus

Heilmann, Klaus: Die betrogene Gesellschaft. Kommunikation im Informationszeitalter. Zürich (u.a.): Orell Füssli Verl., 1990. 328 S., DM 39,80 / sFr 35,80 / öS 310,40