Jeweils zwei Kinder aus allen Staaten der Welt starteten kürzlich zu einer in der Geschichte der Menschheit einzigartigen Mission. In Gesprächen mit den Mächtigen aus Ost und West wollen sie für die Vernichtung aller Waffen und den Einsatz der freiwerdenden kreativen und materiellen Mittel für sozial sinnvolle und ökologische Zwecke werben. Noch ist diese Meldung nicht über die Agenturen gelaufen, doch die Idee des amerikanischen Schriftstellers Bernard Benson ist schon heute weit mehr als bloße Illusion. Ein Netz von ”Peace-Bird-Initiativen" hat bisher mehr als 25000 Briefe und Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen gesammelt, in denen die Führer' der beiden Supermächte aufgefordert werden, mehr als bisher für den Frieden zu tun: um auch den Erwachsenen von morgen noch eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Die in diesem Band von ”Peace Bird Deutschland" veröffentlichten Beispiele zeigen, wie Kinder komplizierte Sachverhalte auf den Punkt zu bringen wissen: "Die Maus wäre nie auf die Idee gekommen, eine Mausefalle zu bauen. Aber der Mensch auf die Idee, Atombomben zu bauen. " Diese Sätze einer deutschen Schülerin geben ebenso zu denken wie beispielsweise die Zeichnung eines 15jährigen aus Paris, der den Globus als leidende Kreatur zu Papier bringt, die aus zahlreichen, von Raketen geschlagenen Wunden blutet. Es ist nicht zu übersehen, daß sich Motive, zuweilen auch Formulierungen wiederholen. Auch fällt auf, daß die Publikation von Kinderwünschen und -ängsten (auch im Ökologiebereich) hoch im Kurs steht. Was diese Sammlung jedoch von anderen unterscheidet, ist das konkrete Anliegen, das über den Anlaß weit hinausgeht. Die Vision eines einzelnen kann Wirklichkeit werden, wenn viele mitwirken'. Wer dazu beitragen möchte, daß Visionen und Forderungen von Kindern die Politik beflügeln, wendet sich an: Peace Bird Deutschland e. V.

Kinder für den Frieden. Hrsg. v. Peace Bird. München: Heyne, 1989. 124 S.

 

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