Die Volksinitiative "Für eine Schweiz ohne Armee und für eine umfassende Friedenspolitik" wurde 1988 ins Leben gerufen. Über 100000 Sozialdemokratinnen haben bisher diese Abrüstungsidee unterstützt. In 35 Beiträgen werden hier Denkanstöße zur Volksinitiative, für eine andere reformerische Sozialdemokratie formuliert. "Für sie ist Zukunft mehr als die Fortsetzung der Vergangenheit. Einige Thesen sollen die Aufforderung zum Ja einer Schweiz ohne Armee untermauern. Längerfristig können wir nicht mehr gegeneinander Sicherheit schaffen, sondern nur miteinander. "Das neue friedenspolitische Denken besteht nun darin, den Krieg unter allen Umständen zu verhindern, statt ihn weiterhin vorzubereiten. Alle Mittel, Ideen und Menschen sollen nicht mehr für die Armee, sondern für deren Verhinderung eingesetzt werden. Die Ressourcen sind so umzuleiten, daß ein Weniger an Militär einem Mehr an Lebenschancen entspricht. Ängstigen sollte nicht eine Schweiz ohne Armee, eher die Schweiz als "Museum der Gewalt und des Militarismus in Europa". Zudem dient sie ohnehin nicht der Abschreckung, vielmehr "der Disziplin der Landsleute" als eine Art Erziehungsanstalt. Nach Abschaffung des Militärs steht so viel Geld zur Verfügung, daß keine einzige Existenz bedroht wäre. Man hätte dann die Chance, zum Abbau des größten Skandals unserer Zeit _- zur Bekämpfung des Hungers und gegen globale Ungerechtigkeiten beizutragen. Die Abstimmung vom 26.11.1989 brachte mit 35,6 Prozent zwar kein mehrheitliches Votum für die Abschaffung der Armee, aber doch ein überraschend deutliches Signal für eine andere Friedenspolitik. Zum Thema vgl. auch: Widerspruch 17. Beiträge zur sozialistischen. Schweizer Armee, Macht, Krieg. Zürich: 1989. 168 S.

Denkanstöße zu einer anstößigen Initiative. Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten für eine Schweiz ohne Armee. Hrsg. v. Andi Gross ... Zürich: Realotopia Verlagsgesellschaft, 1989. 338 S.