1971 lag die Verschuldung der Entwicklungsländer noch bei 90 Mrd., 1982 bei 753 Mrd. und eskalierte 1988 auf 1,3 Bio. US Dollar. Neben den hier ebenfalls behandelten Themen Bevölkerungsentwicklung, Verstädterung, Umweltzerstörung, Ressourcenplünderung u.a. ist dies jedoch nur eine der zukunftsgefährdenden Entwicklungen. Wie eng diese Probleme mit den Industrieländern zusammenhängen, zeigen die Autoren dieses Bandes. Das Ende des Ost-West-Konfliktes bietet nach Ansicht des Herausgebers eine einmalige Chance, die Herausforderungen in der Dritten Welt gemeinsam zu meistern. Gleichzeitig warnt er vor einer Überbewertung von Abrüstung und Entmilitarisierung. Dadurch würden weder die Ursachen gelöst noch die längst überfälligen Prozesse für eine politische, wirtschaftliche und soziale Neuorientierung in Gang gebracht. H. Wander beschäftigt sich mit der Lösung der Bevölkerungs- und Wohlstandsprobleme. Sie appelliert an die Betroffenen, brachliegende Mittel und Kräfte auszunützen und fordert eine Dezentralisierung der Entwicklungspolitik sowie die Ausrichtung "auf die spezifischen Belange der Bevölkerung in ihrem örtlichen Lebensbereich ", Von einem zweifachen Landwirtschaftsparadox spricht R. Wesei: Trotz Produktivitätssteigerung leiden immer mehr Menschen Mangel; trotz Leistungssteigerung bleibt die Ernährung großer Teile der Bevölkerung ungesichert. Als Kriterien zur Verhinderung von Armut und Hunger werden u.a. eine starke binnenwirtschaftliche Orientierung, die Anwendung arbeitsintensiver statt kapitalintensiver Methoden oder die Wahrnehmung ökologischer Gefahren genannt. Einen Schlüsselbereich für die künftige wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung in der Dritten Welt, die Energieversorgung, behandeln J. Mabe und J. Nida-Rümelin: "Eine Absenkung des Primärenergieverbrauches in den Industrieländern kann und muss den zunehmenden Verbrauch in den Entwicklungsländern kompensieren." Alfred Auer

Grundprobleme der Entwicklungsländer. Hrsg. v. Peter J. Opitz. München: Beck, 1991. 336 S. (Beck'sche Reihe; 451) DM 24,- / sFr 20,30 / öS 187,20