Im Herbst 1991 fand erstmals eine österreichweite Tagung über den Fremdsprachenunterricht an Volkshochschulen statt; ihre Ergebnisse werden in diesem Band präsentiert. Die Beiträge aus sieben Bundesländern beschreiben einen grenzüberschreitenden Sprachunterricht zwischen Ungarn und dem Burgenland, Deutschkurse mit Einbeziehung sozialintegrativer Inhalte für Asylantinnen und Arbeitsmigrantlnnen, einen gegenseitigen Sprachaustausch mit Frankreich, zwei neue Modelle der Dozentenweiterbildung, interkulturelle Lernbetreuung für Kinder, spielerisches Englisch für Kinder im Vorschulalter. das fremdsprachliche Schreiben von Alltagsgeschichte von Frauen sowie Versuche mit Suggestopädie, Superlearning und Gestaltpädagogik. Umfang und Qualität der Beiträge variieren stark, das Spektrum reicht von einer schlichten vierseitigen Ablaufbeschreibung bis zur differenzierten theoretischen Projektdiskussion - etwas mehr editorische Anstrengung hätte dem Buch genützt. Trotzdem kann der Band zeigen, daß (Sprach-)Unterricht, der über eine rein kognitive Praxis hinausgehen will, eine eindrucksvolle Breite von ganzheitlichen, vernetzenden, mehrdimensionalen Ansätzen zu finden und zu nutzen imstande ist. Insofern ist der kleinen Sammlung zu wünschen, daß sie über den Bereich des Sprachunterrichts an Volkshochschulen hinaus von Pädagogen zur Kenntnis genommen und als Anregung für künftige Unterrichtsformen fruchtbar wird. W R.

Lust auf Sprache. Reflexionen zu Theorie und Praxis des Fremdsprachenunterrichts. Hrsg. v. Irene Schmölz. Wien: Verband Österreichischer Volkshochschulen, 1992. 136 S. (Volkshochschularbeit in Österreich; 2), DM 15,40/sFr13,-/öS 120