Die EU hatte 1996 zum "Europäischen Jahr des lebensbegleitenden Lernens" erklärt, worauf das österreichische Unterrichtsministerium die 6. Veranstaltung in der Reihe seiner pädagogischen Enqueten ”Zukunftsforum" im Januar 1996 dieser Thematik widmete. Die Diskussionen (und damit auch das vorliegende Buch, das die Referate und Arbeitskreisergebnisse dokumentiert) wurden in sieben Arbeitsgruppen gegliedert. Die AG 1 (Lehrerbildung) trat für eine stärkere Verknüpfung und auch institutionelle Vereinheitlichung ein. In der AG 2 (Dezentralisierung/Deregulierung/Autonomie) wurden zwar die höhere Effizienz, aber auch die höheren Kosten gesehen und von der Politik eine klarere Aufgabenverteilung eingefordert. Die AG 3 (Lehrplan) sah neue Chancen durch mehr Lehrplankompetenz für die einzelnen Schulen, wies aber auf die Notwendigkeit der Entwicklung entsprechender Fachkompetenzen bei Lehrern, Eltern und Schülern vor Ort hin. Die AG 4 (Lebensbegleitendes Lernen) forderte ein Bildungsgesamtkonzept, die AG 5 (Neue Technologien) stellte fest, daß Medienkompetenz fester Bestandteil der Allgemeinbildung werden müsse und die künftige Rolle des Lehrers sich vom Instruieren zum Moderieren verschieben werde. Die AG 6 (Bildungsökonomie) diskutierte vor allem Effizienzfragen, warnte aber zugleich vor einer ausschließlichen Ausrichtung an den momentanen Bedürfnissen des Arbeitsmarkts, und in der AG 7 (Internationalisierung) ging es schließlich darum, wie Schule bestmöglich auf die steigende Mobilität und die zunehmende Globalisierung reagieren könne. Die Liste der etwa 780 Teilnehmerinnen zeigt eine deutliche Dominanz von Vertreterinnen der Schulbehörden und Lehrerinnen, weswegen sich auch das Schwergewicht der Diskussionen auf den schulischen Bereich konzentrierte. Immerhin aber wurde mit der Thematisierung der Perspektive auf lebenslanges Lernen hin ein Schritt in Richtung Gesamtbildungskonzept versucht. W. R.

Neues Lernen für die Gesellschaft von morgen. Hrsg. v. Bundesministerium für Unterricht u. kulturelle Angelegenheiten. Wien (u.a.): Studien-Verlag,  1996. 474 S. (Zukunftsforum; sFr 49,501ÖS 398,-  6)  DM  54,801