Nicht mehr das fertige Produkt, sondern der Schaffensprozeß, der Umgang mit dem Material und letztlich die Problemlösung sind nach Aussage der Lehrpläne zentrale Anliegen des Werkunterrichts. Daß dieser nicht nur kreativitätsfördernd, sondern auch kostengünstig sein kann, zeigt dieses Buch. Der sogenannte "Abfall" liefert genügend Rohmaterialien, aus denen mit geeignetem Werkzeug Wind- und Wasserräder, einfache Instrumente und Fahrzeuge gebaut oder Figuren gestaltet werden können. Eine Tabelle gibt Lehrern und bastelfreudigen Eltern einen Überblick über Werk-Themen, Materialien, anzuwendende Techniken und Hilfsmittel, die die Vorbereitung erleichtern. Da der Autor dem Werkstoff Holz die größte Aufmerksamkeit schenkt, erklärt er anfangs auch die wichtigsten Werkzeuge der Holzbearbeitung, beschreibt einfache Techniken wie Raspeln, Schmirgeln und Sägen. Man erfährt zudem einiges über die Eigenheiten der verschiedenen Holzarten, über die Symbolik der Bäume, über Jahresringe, Geruch und Farbe des Holzes. Die Bastelvorschläge sind sehr deutlich und ausführlich illustriert, viele weitere Anregungen abgebildet oder angeführt. Die Auseinandersetzung mit dem Werkstoff soll für das Kind eine Phase des Phantasierens und Probierens sein, in der vorerst ganz „untechnische" Experimente ausgeführt werden.

Aufgrund der detaillierten und klaren Beschreibungen ist das Buch nicht nur für Pädagogen von Interesse, auch Jugendliche dürften darin manche Anregung finden, die sie alleine oder auch mit etwas Unterstützung in die Tat umsetzen können.

Schmid, Reinhard: Entdecken und Werken. Anregungen zum Gestalten mit Material aus Natur und Umwelt. Zürich (u. a.): Orel/-Füssli, 1988. 120 S. DM 26,80 / sfr 22, 70/ öS 209,-