Es bleibt uns nur mehr wenig Zeit, eine Klimakatastrophe zu verhindern. Deshalb werden gleich zu Beginn 12 Sofortmaßnahmen zur Verminderung der Klima- und Umweltrisiken sowie zur schnellen Sanierung der Schäden genannt: Einführung einer Luftschadstoffabgabe, Tempolimit, Verbot von FCKW und Massentierhaltung, Ausstieg aus der Atomenergie, Ausbau und Förderung der Kraft-Wärme-Koppelung und regenerativer Energiequellen, Zusammenführung von Sozial- und Umweltverträglichkeit u.a. m. Im vorliegenden Buch ist von Veränderungen seit Beginn des Industriezeitalters die Rede, die in der Lufthülle Platz greifen. Eine "Chronologie der Halbherzigkeiten" zeigt, wie mangelhaft bzw. schleppend Industrie und Politik auf die Zerstörung der Ozonschicht reagieren. 1974 wurde erstmals auf die Gefährdung der Ozonschicht und FCKW als Verursacher hingewiesen. Auf der Nachfolgekonferenz zu Montreal im' Mai 1989 wird keine Einigung bezüglich eines Ausstiegs aus der FCKW-Produktion bis zum Jahr 2.000 erzielt. Neben Faktoren der Umweltzerstörung liegt der Schwerpunkt auf reformerischen Wegen. Gefordert wird der ökologische Umbau der Volkswirtschaft. Hinsichtlich der Energiepolitik warnen' die Autoren vor dem Austausch eines Irrweges durch einen anderen: "Vielmehr muß das ,Energiesystem insgesamt auf eine neue Basis gestellt werden (... )." Die Orientierung auf eine "dauerhaft lebensfähige Menschheit" ist unumgänglich, die Erarbeitung einer" Internationalen Konvention zum Schutz der Erdatmosphäre" längst überfällig. 

Über die Möglichkeiten einer Doppelstrategie - nämlich Energieeinsparung und Förderung des solaren Wasserstoffs - vgl. auch: universitas. 44. Jg. (1989), Nr. 520.

 

Hennicke, Peter: Müller, Michael: Die Klima-Katastrophe. Mit einem Vorwort v. Willy Brandt. Bonn: Dietz, 1989. 200 S.