Deutsche Rüstungsgüter haben einen "verteufelt guten Namen", ihrem Export darf nichts im Wege stehen. Die Autoren dieses bereits vor dem Golfkrieg erschienen hochbrisanten Buches konstatieren "Export um jeden Preis". Zitiert wird etwa ein SPD-Bundestagsabgeordneter, der im Zusammenhang eines Tornado-Geschäfts mit Jordanien von einer halben Milliarde Mark Schmiergeld zu berichten weiß. Ein irakischer Auftrag von 1050 „Roland't-Flugabwehrraketen hatte ein Volumen von fünf Milliarden Mark. Darüber hinaus wird auch gezeigt, dass Politiker solche Rüstungsexporte kennen und dulden. So gelang es bisher der Rüstungslobby meist, eine Verschärfung der Gesetze zu mildern oder zu verhindern. Die Spiegel-Redakteure beschreiben Einzelheiten des komplizierten und weitverzweigten Systems des irakischen Einkaufs von Rüstungsgütern. Auch die Praxis des Kaufs von Anlagen zur Herstellung von Pestiziden und deren Umrüstung auf C-Waffen-Produktion ist bekannt. "Neben den vielen Nuklear-Aktivitäten halten die Iraker in kastenförmigen mit Aluminium umhüllten Stäben ohnehin bis zu 25 Kilo hochangereichertes Uran in Reserve, das einst aus Frankreich kam". Diese Menge reicht zum Bau mindestens einer Hiroshima-Bombe. Nach Bekanntwerden dunkler Rüstungsgeschäfte sind Politiker stets überrascht und natürlich empört. Doch solche Geschäfte, auch von anderen Staaten, gibt es erschreckend viele. Im Kriegsfall jedoch wird, wie das deutsch-israelische Arrangement zeigt, schlechtes Gewissen wiederum mit Geld und Waffen beruhigt. 

Leyendecker, Hans; Rickelmann, Richard: Exporteure des Todes. Deutscher Rüstungsskandal in Nahost. Göttingen : Steidl-Verl., 1990. 176 S., DM 9,80/ sFr 8,30 / öS 76,40