Ebersberger sucht das sich abzeichnende neue Welt- und Daseinsverständnis, auf das sich die Natur- und Humanwissenschaften zubewegen, darzustellen. Dafür gibt es keinen effektiveren Weg als die Würdigung und Vertiefung der Gedanken Teilhard de Chardins. Die anregenden und interessanten Ausführungen lassen ein Bild der philosophischen und psychologischen Hintergründe der Entwicklung und Etablierung des mechanistischen Weltbildes entstehen. Nach der magischen, animistischen und doktrinären ist nun "die vierte Stufe der Emanzipation menschlichen Denkens erreicht auf der die Vorherrschaft dissenserzeugender Denkformen gebrochen" und sich "Kontinuität zwischen menschlicher Naturerkenntnis und menschlichen Werten" wiederherstellt. Dies ist Voraussetzung für die Re-Integration ethischer und religiöser Werte in unser Weltverständnis. Ebersberger nennt es die plurisystematisch-integrative Ära. Nach Teilhard de Chardin gelingt dies nur durch Ausrichtung auf Omega (das Ewige, Bleibende, Letztgültige) als tragender Grund und Endziel des Kosmos. Die Evolution in Richtung Omega sah er als Einigungsprozess der Menschen. In Anlehnung an Teilhard beschwört Ebersberger den Einigungszwang. unter den heute die Menschheit geraten ist. Es bedarf der libidinösen Bindung des einzelnen an die anonyme Gemeinschaft. Erst mit dem Durchbruch der dann folgenden ethischen Evolution ist sinnerfüllter Dialog wieder möglich. 

Ebersberger, Ludwig: Der Mensch und seine Zukunft. Natur- und Humanwissenschaften nähern sich dem Weltverständnis von Teilhard de Chardin. Olten: Walter-Verl., 1990. 333 S., DM 39,801 sFr 35,30 1 öS 310,40