Beginnend mit den Atomtests der USA in den 40er Jahren gibt dieses Buch einen Überblick über die wichtigsten atomaren Ereignisse militärischer und ziviler Art bis 1989. Die packende Schilderung der nuklearen Vorfälle unterscheidet dieses Handbuch jedoch von anderen Nachschlagwerken. Am ausführlichsten behandelt werden Ereignisse aus den USA, da dort ein Gesetz der Behörde vorschreibt, ihre Akten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Reihe von Spezialisten äußert sich zu Aspekten der Sicherheit durch Atomwaffen, zur Geschichte der zivilen Nutzung der Atomenergie und den Gefahren atomarer Unfälle. Darüber hinaus wird naturwissenschaftliches Basiswissen. technische Details sowie die Folgen radioaktiver Strahlung auf den lebenden Organismus vermittelt. Diese Chronologie prangert den Wahnsinn des Atomzeitalters mit anschaulichen Fakten an, versucht jedoch auch dem Schaudern, das den Leser ergreift, Hoffnung entgegenzusetzen. Die Tatsache, dass in den USA sämtliche seit 1974 vergebene Aufträge für neue Atomkraftwerke zurückgezogen oder auf unbestimmte Zeit verschoben wurden und in der Sowjetunion in den letzten drei Jahren ca. 20 geplante oder im Bau befindliche Kernkraftwerke aufgegeben wurden, lässt hoffen, dass das Atomzeitalter nicht den Beginn einer neuen Ära markiert, sondern das Ende einer alten. 

May, John: Das Greenpeace-Handbuch des Atomzeitalters. Daten-Fakten-Katastrophen. München: Knaur, 1989. 496 S., DM 19,80 / sFr 16,80 1 öS 154,40