Der Autor bemüht sich eingangs um die definitorische Klärung des Technik- und Technologiebegriffs. In Ablehnung des technologischen Determinismus definiert er Technik als Summe zweckrational bestimmter "Artefakte", die jeweils "Ergebnis sozialer Entscheidungen" sind. Im Folgenden werden Mechanismen der Technikanpassung an die soziale Umwelt erörtert, wobei der Verfasser zu dem Ergebnis "prinzipieller Unplanbarkeit und Unvoraussagbarkeit der technischen Entwicklung" kommt. Zudem sind die ungerufenen Geister dieses Prozesses in der Gestalt von Nebenwirkungen, nichtintendierten Wirkungen und externen Effekten kaum zu bannen, da u.a. rechtliche Regelungen vor der Schwierigkeit stehen, "Tatbestände zu erfassen, bevor sie eintreten". Vor diesem Hintergrund wird dem Instrument der Technikfolgenabschätzung nur begrenzter Handlungsspielraum eingeräumt. Es sei kein Zufall, dass "echte Folgenabschätzungen" im Sinne "anspruchsvoller TAProgramme (... ) zumindest bisher kaum existieren". An Stelle "holisitischer Langzeitplanung" wird eine "Politik der kleinen Schritte" und die Einrichtung von "Frühwarnsystemen" empfohlen. Wenn es zutrifft, dass Aussagen über zukünftige Forschungsergebnisse unmöglich sind, und wir nur "sicher wissen, dass wir nicht wissen, ob wir sinnvolle Fragen stellen ", argumentiert der Autor wider Willen für einen "aufgeklärten Determinismus ", da sich auch die Frühwarner dem Verdacht der interessensbedingten Falschaussage aussetzen. 

Wagner-Döbler, Roland: Das Dilemma der Technikkontrolle. Wirkungen der Technikentwicklung und Probleme der Technologiepolitik. Berlin: Ed. Sigma, 1989. 216 S., DM 27,80 I sF, 23,60 I öS 216,80