Die Voll-Digitalisierung der Welt hat nicht nur für den Publizisten Hans G. Möntmann längst begonnen. Es ist also nicht die Frage, ob, sondern wie es "Cyberland" geben wird. Der Autor entwirft zunächst in zwei Szenarien mögliche Zukünfte, wobei er persönlich die positive Variante bevorzugt, die auf einer selbstbestimmten Immobilität beruht, im Gegensatz zum negativen Szenario. in dem sich die Bürger aus Angst vor den Schrecken der Außenwelt in die virtuelle Realität als Domizil zurückziehen.

Um sich ein genaueres Bild von der Zukunft am Daten-Highway machen zu können, kommen dann Gastautoren als sogenannte Input-Geber zu Wort, deren Aussagen Möntmann zu weiterführenden Überlegungen nützt. Er spricht etwa das Erfordernis von Lernprogrammen an, die es ermöglichen, sich mit der Unendlichkeit des Faktischen zu arrangieren ader den natürlichen Bewegungsimpuls zu unterdrücken. Möntmann denkt auch darüber nach, ab es eine neue Definition des Begriffs Freiheit geben wird, denn das Ende vom Traum des Datenschutzes ist s. E. in Sicht. Konkrete Ausprägungen seiner Annäherung spielt Möntmann anschließend im Abschnitt “fiction" bildhaft durch. Erzählt wird die Geschichte vorn Mann, der seine Frau an einen anderen verliert, weil dieser einer attraktiveren Religionsgruppe angehört oder die Geschichte des "Clubs der Bücherfreunde", der plötzlich keinen Platz mehr in der Legalität hat. Zu guter Letzt begibt sich der Autor wieder auf den Weg des Faktischen und beschreibt eindrucksvoll, was inzwischen bereits auf den Teststrecken der globalen Datenübertragung abläuft.

Gezeigt werden realisierte Möglichkeiten der Computerästhetik (" Electronic Cafe"). der Telearbeit (Texas Instruments, Hewlett-Packard) und bereits existierende Allianzen. In den USA gibt es schon acht Mia. Telewarker (1994) und Online-Shapping hat bereits jetzt ein Volumen von 200 Mia. Dollar. Schließlich erfährt der Leser noch, was er braucht, um auf dem Highway verkehrstüchtig zu sein: die Palette reicht van den Verkehrswegen (CD-I, ISDN, E-Mail) über den Führerschein (Account) und das Fahrzeug (Modem) bis hin zum Wegweiser (Programme). Ein Serviceteil mit den wichtigsten Anlaufstelen und weiterführender Literatur schließt diese informative Übersicht ab.

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Möntmann, Hans G.: Das Ende der Mobilität. Leben am Daten-Highway. Wien: Ueberreuter, 1994. 231 S. (Visionen) DM / sFr 34,- / öS 248,-