
Ali Fathollah-Nejad: Iran. Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät
In „Iran. Wie der Westen seine Werte und Interessen verrät“ kritisiert Ali Fathollah-Nejad die westliche Iran-Politik als kurzsichtig und unaufrichtig. Wo wirtschaftliche und geopolitische Interessen über Demokratie und Menschenrechte gestellt werden, stärkt dies das Regime in Teheran. Der Iran-Experte scheut sich nicht davor auch die Schuldfrage zu stellen: Halbherzige Sanktionen und Appeasement-Politik von Seiten Europas haben die anhaltenden Repressionen begünstigt. Er fordert ein Umdenken und konsequentes Unterstützen demokratischer Bestrebungen. Yalda Hannah Franzen
Aufbau Verlag, Berlin 2025 · 456 Seiten
Klaus Bardenhagen: Die wichtigste Insel der Welt. Was Sie wissen müssen, um Taiwan zu verstehen
Klaus Bardenhagen zählt zu den wenigen deutschen Taiwan-Kennern. Nun liegt endlich ein Buch des seit über 15 Jahren auf der Insel lebenden Journalisten vor – und es schließt eine schmerzlich klaffende Lücke auf dem deutschsprachigen Buchmarkt. Denn während das Wissen über China oft schon lückenhaft ist, herrscht über Taiwan meist völlige Unkenntnis. Umso wichtiger ist dieser sorgfältig recherchierte und wohltuend ausgewogene Band. Er sei all jenen als erste Pflichtlektüre empfohlen, die sich in historischen, juristischen und politischen Fragen nicht allein auf die Sichtweise der Kommunistischen Partei Chinas verlassen möchten. Stephan Renker
Herder Verlag, Freiburg 2024 · 240 Seiten
Isabell Otto: TikTok. Ästhetik, Ökonomie und Mikropolitik überraschender Transformationen
Isabel Otto liefert mit „TikTok“ einen wunderbaren Einstieg, um sich mit der Plattform auseinanderzusetzen, die für Trends und Kontroversen sorgt. Medien- und kulturwissenschaftlich widmet sich Otto dem Phänomen, nähert sich „TikToks“ an, die „in ihrer ästhetischen Form als Kurzvideos doch ebenso kulturelle Artefakte wie popkulturelle oder politische Interaktionsformen“ sind (S. 9.) Katharina Kiening
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2023 · 80 Seiten
Siddarth Kara: Blutrotes Kobalt. Der Kongo und die brutale Realität hinter unserem Konsum
„Die meisten Menschen wissen nicht, was in den Kobaltminen des Kongos geschieht, weil die Realität hinter den weitverzweigten multinationalen Lieferketten verborgen ist, die dazu dienen, die Verantwortung zu verschleiern“ (S. 26). Deshalb reist Siddarth Kara in den Jahren 2018, 2019 und 2021 durch die Demokratische Republik Kongo, um detailliert zu recherchieren und eindringlich zu dokumentieren, wie durch eine menschliche und ökologischen Katastrophe gewährleistet wird, dass sich die globale Nachfrage nach Kobalt bedient sieht, einem Mineral, das für fast alle Lithium-Ionen-Batterien der Welt verwendet wird, das auch von enormer Bedeutung für Innovationen im Kontext zur Bewältigung der Klimakrise ist. Kara führt Interviews, berichtet von Tragödien, erklärt ökonomische und politische Zusammenhänge und bietet somit einem ungemein wichtigen Thema eine notwendige Plattform. Katharina Kiening
Aus dem Englischen von Hans Freundl. Harper Collins, Hamburg 2024 · 352 Seiten








