Was vielversprechend beginnt, erweist sich bald als durchaus ambivalent: Einige der Stellungnahmen zur Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur, zur künftigen Energieversorgung, zum Thema Sicherheit und Risiko, Technikakzeptanz sowie zum Widerspruch zwischen Ökonomie und Ökologie sind mehr am Status quo orientiert denn an zukünftiger Verantwortung. Dabei ist der Anspruch des Herausgebers durchaus begrüßenswert, den Blick auf das Wesentliche, das umfassende Denken und Handeln zu lenken. Die Industrieländer müssen "in globaler Verantwortung für die ganze Welt Zukunftsstrategien und Umwelttechniken entwickeln (... ) und die Hauptlast tragen ", um die Lebensgrundlagen aller zusichern. A. Kuhlmann macht sich Gedanken zum Thema Sicherheit und Risiko im Umfeld der Großtechnologie. Er meint, dass Technikfeindlichkeit letztlich wichtige Bereiche der Handlungsfähigkeit unserer Gesellschaft zerstört. K.H. Becker äußert sich zur Klimaänderung und sieht in Anbetracht der Probleme die Kernfusion als Energieguelle für die Zukunft. Unmissverständlich reiht sich R. Schulten in die Reihe der Atombefürworter ein. Seiner Ansicht nach kann diese einen großen und vielleicht weltweit ausreichenden Beitrag zur Lösung des CO2-Problems liefern. Er hält die Atomenergie für ein Geschenk der Natur und notwendig für das Überleben der Menschheit. Weitere Aufsätze über Wasser und Boden sind anschließend eher faktenbezogen. W. Scheiter geht davon aus, dass Umweltpolitik und -bewusstsein mehr sein muss als die Einsicht in die Fehler und Verantwortung der anderen. Die Rückbesinnung auf ethische Grundprinzipien hält. H.W Adams im Spannungsfeld von Ökonomie und Ökologie für notwendig. Im Zuge eines vorbeugenden Risk-Managements geht er davon aus, "dass der Umweltschutzgedanke die Ökonomie des Unternehmens stärker belastet, wenn man ihn nicht beachtet, als in dem Fall, wenn man ihn beachtet". Bekannte und bewährte Systeme wie etwa Instandhaltung oder Qualitätssicherung sollten auf den Umweltschutz übertragen werden. Resümierend ergibt sich in der Zusammenschau doch eine positive Bewertung - mit den abzulehnenden Ausnahmen - in Richtung einer auf die Zukunft gerichteten Handlungsweise im Sinne H. Jonas: "Handle so, dass die Wirkungen deiner Handlung verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden." Verantwortung Zukunftsperspektiven

Angst vor der Zukunft? Der Mensch und seine Umwelt; Fakten und Probleme bei der Suche nach dem Weg ins nächste Jahrtausend. Hrsg. v. Herbert A. Koch. Stuttgart: Thieme, 1990. 255 S., DM 39,80/ sFr 33,70/ öS 310,40