In dieser Ausgabe geht es um den praktischen Einsatz von natürlichen und regenerativen Energiequellen. Um das Ausmaß der zukünftigen Klimaveränderungen zu begrenzen, ist rasches Handeln unabdingbar. Auf lokaler Ebene haben die Städte im Rahmen des Klimabündnisses inzwischen einiges an globalem Verantwortungsbewußtsein und Handlungsbereitschaft in Sachen Klimaschutz übernommen. Über ein solches Beispiel (Das Aachener Modell) berichten einleitend Klaus Meiers und Marcus Baumann. Sie zeigen eindrucksvoll, wie auch eine Änderung der Energiepolitik von unten eingefordert und umgesetzt werden kann. So gelang es, die städtischen Versorgungsunternehmen STAWAG und ASEAG dazu zu bringen, den Betreibern von Photovoltaik- und Windkraftanlagen eine erhöhte, ”kostendeckende Einspeiserückvergütung" für den autark erzeugten Strom vertraglich zu garantieren.  Für den Raum Aachen wurde ermittelt, daß allein durch die Nutzung der Solarenergie auf südorientierten Dachflächen sowie die Nutzung der Windenergie an windexponierten Standorten "eine Strommenge erzeugt werden (könnte)' die knapp 70% des gesamtstädtischen Stromeinsatzes entspricht (Solar: ca. 56%, Wind: ca. 12%)". Möglichkeiten und Chancen aber vor allem auch beeindruckende Beispiele aus der Alten Geschichte (Babylon) und aktuelle Anwendungen alternativer Energienutzung (alle technischen Objekte im Weltraum) im Hinblick auf die Solarenergie steuern Sophia und Stefan Behling bei. Sie betonen v.a. die Rolle der Architektenschaft als verantwortliche Profession, die mehr Einfluß als bisher auf die Konzeption und Disposition von Stadtstrukturen, Gebäuden, die Verwendung der Materialien und Systemkomponenten und damit auch auf den Energieverbrauch nehmen müßte. Eine Schlüsselfunktion in der künftigen Versorgung mit regenerativen Energien weist Klaus Kehl der Windenergie zu, die gerade in jüngster Zeit, wie er meint, ins Gerede gekommen ist. Abschließend beschäftigt sich Heinz Discher ausführlich mit dem Konzept des Energiesparens. Er zeigt anhand konkreter Rechenbeispiele Möglichkeiten eines optimalen Wärmeschutzes, des Stromsparen im Haushalt und der Warmwasserbereitung auf. Ein kompakter und wertvoller Überblick über mögliche, wünschenswerte und bereits praktizierte Beispiele einer "Klimaschutzbewegung von unten". Mehr Zeit und Sorgfalt ist der Redaktion bei der Redigierung der Texte zu wünschen. A. A.

Zukunftsfähige Energiepolitik. Schwerpunkt In: Wechselwirkung. Jg. 19 (1997), Nr. 84, April/Mai, DM 11,80 / öS 94