Die sprichwörtliche Sauberkeit der Eidgenossen ist nun auch statistisch nachgewiesen: Nicht weniger als 240 Liter Wasser täglich verbraucht der Schweizer durchschnittlich im Haushalt und liegt damit beträchtlich über dem Bundesbürger, der mit immerhin 150 Litern sein Auslangen findet. Da schon heute der Wasserverbrauch über dem Niveau der natürlichen Reserven liegt und keine Bedarfsabnahme abzusehen ist, kommt es mehr denn je darauf an, im privaten und öffentlichen Bereich von der „end-off-pipe"-Mentalität Abstand zu nehmen. Die Autorin, Mitarbeiterin im Zentrum für angewandte Ökologie Schattweid in der Schweiz, stellt einleitend eine ganze Reihe praktisch konkreter Maßnahmen in Haushalt, Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie vor. Im Bereich der kommunalen Wasserpolitik werden die Vorteile der Trennung von Schmutz- und Regenwasser beschrieben und u. a. Maßnahmen zur Entsiegelung städtischer Bereiche vorgestellt. Dezentrale Zulieferung und Abwasserreinigung, ökologische Tarifgestaltung, die Einführung einer zweckgebundenen Grundwasserabgabe sowie die Aufhebung des Kanalanschlußzwanges sind weitere Posten in einem umfassenden Maßnahmenkatalog. Als wegweisend wird das Wasserkonzept von Saarbrücken herausgestellt, während das in der BRD seit 1981 geltende Abwasserabgaben-Gesetz eher einem "Ablaß für Umweltsünden" gleicht. Welche Dimensionen die Wasserverschmutzung und -vergeudung indes angenommen hat, wird am Beispiel der Industrie- und Elektrizitätswirtschaft deutlich, die zusammengenommen rund 90% allen Wassers verbraucht und allein in der Bundesrepublik für das Jahr 2010 einen Bedarf von 60.367,8 Mio. m3 anmeldet. Daß auch hier der Verbraucher ein maßgebliches Wort mitzureden hat, wird ersichtlich, wenn man weiß, daß für die Produktion von einem Kilo Seidenpapier 1200 Liter Wasser benötigt werden. Im abschließenden Kapitel werden die Chancen der Abwasserreinigung durch naturnahe Klärsysteme ausführlich besprochen. Eine andere Form des schonenden Umgangs mit Wasser beschreibt: Kur, Friedrich; Wolf, Heinz G.: Wassermühlen. 35.000 Kleinkraftwerke zum Wohnen und Arbeiten. Karlsruhe: Müller, 1988, 111 S.

Kocsis, Gabriela: Wasser nutzen, verbrauchen oder verschwenden? Neue Wege zu einem schonenden und sparsamen Umgang mit Wasser und einer naturnahen Abwasserreinigung. Karlsruhe: Müller, 1988. 233 S. (Alternative Konzepte; 65)