
Die Welt steht vor vielen Herausforderungen. Klimawandel, technologische Entwicklungen, Migration und Krieg sind alles Themen, die nicht nur die Medien füllen, sondern uns alle angehen. Alexander Stubb ist sich dieser Herausforderungen bewusst und beschreibt in seinem Buch anhand eigener Erfahrungen und Expertise, warum wir uns diesen Problemen stellen müssen, welche Machtsphären zusammenkommen müssen, damit das passiert und wie der Weg dorthin auf politischer Bühne aussehen könnte.
Stubb beginnt sein Buch damit, den Unterschied zwischen Multilateralismus und Multipolarität klarzustellen. Ersteres bezeichnet ein System globaler Kooperation, das auf internationalen Institutionen und Regeln basiert, die nationsunabhängige Gültigkeit besitzen. Ein Beispiel dafür sieht Stubb in den Ansätzen der Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg, bei denen die Vereinten Nationen im Mittelpunkt standen. Multipolarität hingegen baut auf einem Wettstreit mehrerer Machtpole auf, deren Kooperation lediglich auf Eigeninteresse beruht. Multipolarität ist also kein adäquates Mittel, um den skizzierten globalen Problemen zu begegnen, da sie zu nationenzentriert agiert.
Wenn wir also stattdessen ein multilaterales System etablieren wollen, müssen wir einen globalen Verhandlungstisch aufbauen. Die dafür nötige Repräsentation sieht Stubb in drei Einflusssphären: dem Westen, dem Osten und dem Süden. Während der Westen und der Osten in einer andauernden Fehde um die Vormachtstellung kämpfen, versucht der Süden, seine Rolle in der Welt zu festigen und Mitspracherecht zu erlangen. Wollen wir also, dass diese drei gedachten Zonen an einem Strang ziehen, bedarf es einer Verhandlungsstrategie, die die eigenen Werte schätzt, ohne dabei das Ziel aus den Augen zu verlieren. Diese Strategie sieht Stubb in Form des wertebasierten Realismus.
Im wertebasierten Realismus versucht Stubb westliche Werthaltungen zu bewahren, ohne mit ihnen predigend an andere Nationen heranzutreten. Das heißt, Verhandlungen werden im Sinne des globalen Wohls geführt – unabhängig von Nation, Regierungsform oder Kultur. Denn internationale Beziehungen sind nicht schwarz oder weiß, sondern bedürfen gegenseitigen Respekts, Mitsprache und Anerkennung. Nur dann können wir tatsächlich an einer gemeinsamen Zukunft arbeiten.








