"...Frieden muß gewagt werden ... Frieden ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Mißtrauen haben, und dieses Mißtrauen gebiert wiederum Krieg." (D. Bonheoffer 1934 beim Plädoyer für ein Friedenskonzil) Der Schritt vom Sicherheitsdenken zum kreativ-phantasievollen Wagemut scheint auch in den Bereichen "Gerechtigkeit" und "Bewahrung der Schöpfung" zukunftsweisend zu sein. Nach der in Problemkreisen zusammen gefaßten Dokumentation der Konferenzen des Ökumenischen Rates der Kirchen von 1972-1992 vermittelt Schmitthenner Anregungen für einzelne, Gruppen, Organisationen und entwirft v. a. im Schlußkapitel praktische Zukunftsperspektiven. Das Anliegen der (Mammut-)Konferenzen besteht im Aufbau und in der Entwicklung des Dialoges zwischen den Kirchen und den Regionen, der Benennung und Diskussion der ökologischen und ökonomischen globalen Probleme. Die dort formulierte Handlungsmaximen sind dominiert von den römisch-katholischen Vertretern aus den Industrieländern und klingen sehr allgemein. Konkrete Entwürfe für die Zukunftsgestaltung von Gerechtigkeit, Ökologie und Frieden entwickelten hingegen indische Wissenschaftler des Centre for Science and Environment 1992: Man sollte statt oder neben der Entwicklungshilfe eine verpflichtende Steuer der Reichen für die Armen einführen. Aus diesem global verwalteten Topf sollte denjenigen ein Gehalt in Höhe des Existenzminimums zuerkannt werden, die in einer gefährdeten oder zerstörten Region leben. Mit Hilfe dieses Geldes könnte ein Verbleiben in der Region gewährleistet werden. Damit bliebe die Möglichkeit erhalten, die Region zu sanieren oder zumindest Umweltzerstörungen möglicherweise in   kleinen Schritten rückgängig zu machen. Voraussetzung dafür ist Öko-Demokratie von der kommunalen bis zur globalen Ebene. S.Sch.

Schmitthenner, Ulrich: Übereinstimmung und Anregung. Studienbuch für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Frankfur/M.: Studienhaus, 1993. 320S., DM 26,- / sFr 22,- / öS 202,80