Solarenergie in ihren verschiedenen Nutzungsvarianten ist eine vielversprechende Möglichkeit zur Lösung der Weltenergieprobleme. Die Sonne wird seit Jahrtausenden als Energiequelle genutzt, aber erst seit der Ölkrise Anfang der 70er Jahre werden größere Anstrengungen unternommen, sie wärmetechnisch kommerziell zu nutzen. Photovoltaische Zellen (Halbleiterelemente) ermöglichen die Umwandlung von Solarstrahlung in Elektrizität. Diese Entwicklung zur unmittelbaren Stromerzeugung aus Sonnenlicht durch monokristalline Siliziumzellen stellt nach Ansicht der Autoren eine reife Technologie mit einem Wirkungsgrad von bis zu 15 % dar. Die Kosten dafür konnten in den letzten zehn Jahren erheblich gesenkt werden. Infolge des vergrößerten Produktionsvolumens und neuer Herstellungsverfahren sinken beispielsweise die Kosten für photovoltaische Module ständig. Detailliert wird auf das europäische Solarenergieprogramm, sowie auf rechtliche und institutionelle Fragen eingegangen. Ein Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung (Solarzellen, Module, Generatoren und Zubehörtechnik) gibt Aufschluss über die Chancen umfassender Anwendung. Den sozialen Folgen und Umweltproblemen sowie der gegenwärtigen Position der Industrie mit ihren internationalen Verbindungen sind weitere Abschnitte gewidmet. Insgesamt werden die Zukunftschancen der Photovoltaik optimistisch bewertet. Die »Fortsetzung der Führungsrolle der Kommission der Europäischen Gemeinschaft und eine Ausweitung der finanziellen Unterstützung« durch sie scheint völlig gerechtfertigt, dies nicht zuletzt deshalb, weil diese Technologie »lanqsam aus der Forschung- und Entwicklungsphase heraus(wächst) und dabei (ist), eine wirkliche Option im Energieversorgungsspektrum zu werden«, (Eine pessimistischere Auffassung vertritt Newham; 87*94.) Der Bericht schließt mit einem Glossar von Begriffen und Einheiten sowie einer Reihe zusätzlicher Informationen zu den Aktivitäten der EG (Forschungsprogramm, Demonstrationsprojekte, Pilotanlagen). Photovoltaik eignet sich besonders für kleine Systeme. Dies zeigt sich vor allem in abgelegenen Gebieten sonnenreicher Entwicklungsländer. Aber auch bei uns sollte die Tendenz in diese Richtung gehen. Die technische Entwicklung ist gegenwärtig in starkem Wandel begriffen. Es wird angenommen, dass sich kristalline Zellen auf längere Sicht gegenüber den Dünnfilmzellen (jetzt bereits eingesetzt in Taschenrechner, Uhren) nicht durchsetzen. Diese sind bereits als großflächige Module im Einsatz. Von den schon heute zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten konnte man sich Anfang, dieses Jahres anlässlich einer Ausstellung in München überzeugen.

Starr, Michael R.; Palz, Wolfgang: Photovoltaischer Strom für Europa. Eine Bewertung. Köln: Verlag TÜV Rheinland, 1987. 240 S. (Neue Energien)