Daß es trotz der im Zuge globaler Vernetzung (mutmaßlich?) rasant ansteigenden Informationsflüsse zu den alltäglichen Begleiterscheinungen des Wissenschaftsbetriebs gehört, daß die Mitglieder der scientific community - aus welchen Gründen immer meist nichts und selten das Wesentliche voneinander wissen, ist ein Faktum, das auch für die Zukunftsforschung zutrifft. Hier gegenzusteuern hat Hugues de Jouvenel, Direktor von futuribles international, und sein Team sich in engagierter Weise zur Aufgabe gemacht. Auf Grundlage zweier Datenbanken, die in Paris (unter Mithilfe eines international agierenden Netzwerkes) erstellt und laufend aktualisiert werden, liegt nun mit OSCAR ein 309 Datensätze umfassendes (englischsprachigen) Verzeichnis von (185) Persönlichkeiten und (124) Institutionen der westeuropäischen Zukunftsforschung vor, Angaben zur Person, Arbeitsschwerpunkten, Publikationen (abgeschlossen oder in Vorbereitung) und Kontaktadressen - bei den Institutionen ergänzt um Organisationsform und Finanzrahmen - geben Einblick in die Vielfalt der heterogenen Branche, daß Frankreich etwa ein Drittel der Eintragungen einnimmt, die BRD und GB mit deutlichem Abstand folgen, und entgegen der doch differenzierten entwickelten Szene in den Niederlanden oder Skandinavien. der iberisch-südeuropäische Raum weit stärker vertreten ist, wird zu gleichen Teilen auf bestehende Kontakte der Initiatoren und in einer ersten Phase noch sporadische Zulieferungen aus den unterrepräsentierten Bereichen zurückzuführen sein. Auf der anderen Seite eröffnet sich dem Betrachter, dem zur raschen Information ein nach Sachbereichen und Nationen gegliederter Index zur Verfügung steht, manche Überraschung. So sind kleine Nationen wie Dänemark, Belgien, Malta oder die Schweiz (18) prominent vertreten, während Österreich zweimal angeführt ist. Als nicht minder interessanter "Zwillingsband" bietet OCTAVE eine 507 Beiträge umfassende Zusammenstellung wichtiger Texte zur Zukunftsforschung aus den Jahren 1993-1995. Neben den üblichen bibliographischen Angaben, Schlagwörtern zu jedem Eintrag, dem Nachweis der Originalsprache und natürlich den im Anhang befindlichen Indizes sind es vor allem die aussagekräftigen Abstracts (Englisch oder Französisch), die selbst in der Fülle des Vorhandenen, die jeweils subjektiv begründete Auswahl des Wesentlichen ermöglichen. Auch wenn der vergleichsweise hohe Preis die breite Nutzung dieser Bände wohl ausschließt, so verdient das Unterfangen höchste Anerkennung und Förderung. Beide Bände zum Vorteil aller zu nutzen und durch Ergänzungen auch auf dem aktuellen Stand zu halten, sollte gemeinsames Anliegen sein. W Sp.

 

OSCAR: Futures Studies in Western Europe: Directory of Individuals and Organizations (1996) 252 S.

OCTAVE: Analytical Bibliography of Future Orientated Studies in Western Europe (1993-1995). 277 S. Beide Bände hrsg. v. Hugues de Jouvenel. Paris: Futuribles International, 1996. Preis: einzeln jeweils FF 850,-/beide Bände FF 1.400,- [Futuribles International, 55, rue Varenne, 753431 Paris, Tel.: + (33)1 4222 6310, Fax: -422265 54)